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TAVI-Zentren: Kliniken können sich von April an zertifizieren lassen

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) arbeitet derzeit an einer Zertifizierung für TAVI-Zentren. Diese Voraussetzungen müssen Kliniken, die die kathetergestützte Aortenklappen-Implantation durchführen, für eine Zertifizierung künftig mindestens erfüllen.

TAVI-Zentren: Kliniken können sich von April an zertifizieren lassen
An zertifizierten TAVI-Zentren müssen pro Jahr mindestens 50 Eingriffe vorgenommen werden. -

Für die kathetergestützte Aortenklappen-Implantation( TAVI) sollen Kliniken bald die Möglichkeit bekommen, sich zertifizieren zu lassen. Denn die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) will entsprechende Zertifizierungen anbieten.

Personelle, technische, strukturelle und organisatorische Anforderungen

Nach Auffassung der Fachgesellschaft muss ein TAVI-Zentrum gewisse personelle, technische, strukturelle und organisatorische Anforderungen erfüllen, um die Qualität der Eingriffe sicherzustellen. Notwendig für die Zertifizierung seien:

  • zwei internistische Kardiologen und
  • zwei Herzchirurgen mit jeweils ausreichender Erfahrung in der Durchführung der TAVI-Prozedur.
  • Außerdem muss ein Operateur mindestens 25 Eingriffe pro Jahr vornehmen,
  • das Zentrum insgesamt müsse jährlich mindestens 50 Prozeduren nachweisen.
  • Erforderlich seien außerdem zwei Anästhesisten.

Der ideale Ort für die Durchführung einer TAVI-Implantation sei ein Hybrid-Katheterlabor/Operationssaal. Denn im Falle einer Komplikation, die einen herzchirurgischen Eingriff erfordert, könne dort sofort die Operation erfolgen. Sei vor Ort kein Hybridlabor vorhanden, könnten TAVI-Eingriffe unter bestimmten Voraussetzungen auch in einem Herzkatheterlabor durchgeführt werden, so die DGK. Das Labor müsse allerdings für einen herzchirurgischen Eingriff vollständig ausgestattet sein.

 Was für die Zertifizierung als TAVI-Zentrum noch notwendig ist

Außerdem seien für die Zertifizierung weitere Standards wie Erreichbarkeit, Präsenzzeiten von Ärzten oder die Teilnahme an Qualitätsregistern vorgesehen.

Die TAVI stellt für Patienten mit einer Aortenstenose (AS), die den Belastungen eines chirurgischen Eingriffs nicht gewachsen sind, eine Behandlungsalternative dar. Die AS ist eine fortschreitende und lebensbedrohliche Erkrankung, die unbehandelt bei etwa der Hälfte der Patienten innerhalb von zwei Jahren zum Tod führt. Von den im Jahr 2013 durchgeführten 20.262 isolierten Aortenklappen-Operationen entfielen auf den offenen chirurgischen Ansatz 9.853, auf die transfemorale TAVI 7.602 und auf die transapikale TAVI 2.807 Eingriffe. Laut DGK gibt es gegenwärtig rund 90 Zentren, die TAVI-Prozeduren durchführen.

 

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