GKV-Spitzenverband Suche nach Intensivbetten

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Kassen und Bundesgesundheitsministerium (BMG) forschen weiter nach den Intensivbetten, die vom Gesundheitsfonds zwar bezahlt wurden, es aber nicht in die Statistik geschafft haben.

Intensivbettenkapazität
Für den Aufbau von Intensivbettenkapazitäten wurden aus dem Gesundheitsfonds im vergangenen Jahr rund 686 Millionen Euro an Krankenhäuser ausgezahlt. – © Robert Kneschke (stock.adobe.com)

Aus allen Bundesländern seien Daten an das Bundesgesundheitsministerium übermittelt worden, berichtete Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes , auf der Verwaltungsratssitzung am 1. Dezember 2021. Eine abschließende Analyse sei aber immer noch nicht möglich, da es noch Rückfragen gebe. Das Bundesgesundheitsministerium befinde sich weiter „im Bearbeitungsprozess“, sagt Pfeiffer.

Aufbau der Intensivbettenkapazitäten durch Gesundheitsfonds

Für den Aufbau von Intensivbettenkapazitäten wurden aus dem Gesundheitsfonds im vergangenen Jahr rund 686 Millionen Euro an Krankenhäuser ausgezahlt. Rechnerisch ergibt dies rund 13.700 neue bzw. aufgerüstete Intensivbetten. Ob diese tatsächlich geschaffen wurden, darüber gab es besonders bei den Krankenkassen Zweifel. In den Unterlagen für die GKV-Verwaltungsräte stehe als Zusammenfassung: „Betrachtet man im DIVI-Intensivregister die aktuell betreibbaren Betten und die Bettennotfallreserve, so bestand bundesweit über Monate hinweg ein ungeklärtes Delta von etwa 2.400 Betten. Dieser Wert nimmt mittlerweile zu, da die Zahl betreibbarer Betten im DIVI-Register in den vergangenen Monaten um ca. 4.000 Betten abgenommen hat. In welchem Ausmaß bereits vorhandene Betten im Zuge der Förderung zu Intensivbetten aufgerüstet wurden, ist ebenfalls unklar.“

„Das Minus von 4.000 Betten erkläre die Fachgesellschaft Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) mit Personalmangel, sagt Pfeiffer. Laut DIVI seien bereits vor den jetzigen Herbst- und Wintermonaten 20 Prozent der maximal betreibbaren High-Care-Betten und 35 Prozent der Low-Care-Betten auf Intensivstationen gesperrt. „Anhand der Zahlen wird das Missverhältnis zwischen der enormen Förderung von Intensivkapazitäten einerseits und andererseits der Möglichkeit, diese Betten mit ausreichend (Pflege-)Personal auch tatsächlich zu betreiben deutlich“, betont der GKV-SV.