Forschung -

Studie zeigt: Gestresste werden eher krank

Fast sechs von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Fünfte steht sogar unter Dauerdruck. Und: Wer viel Stress hat, ist eher krank. Das zeigt eine neue Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse.

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Studie zeigt: Gestresste werden eher krank

Der Forsa-Befragung zufolge hat mehr als jeder Zweite das Gefühl, dass sein Leben in den vergangenen drei Jahren stressiger geworden ist. Besonders betroffen ist die Generation der Mittdreißiger bis Mittvierziger. Sie befinden sich im Spagat zwischen Kind und Karriere und nicht zuletzt den eigenen Eltern, die immer mehr Hilfe brauchen. In dieser Altersgruppe sind acht von zehn Menschen gestresst, jeder Dritte sogar ständig. Häufigster Grund für Stress ist der Job. Zwei Drittel der Berufstätigen nennen ihn als Faktor. Schaut man bei den Auslösern genau hin, zeigt sich: Es ist selten die Arbeitslast allein, die den Stresspegel in die Höhe treibt. Kritisch wird es, wenn entweder soziale Belastungsfaktoren wie mangelnde – auch finanzielle – Anerkennung, zu wenig Handlungsspielraum und Konflikte mit Kollegen oder dem Chef hinzukommen. Oder wenn aufgrund von privatem Stress der Ausgleich neben der Arbeit fehlt. Dies ist besonders oft bei berufstätigen Eltern der Fall. "Es ist die Work-Life-Balance, die insgesamt stimmen muss", sagt TK-Chef Jens Baas.

Die Autoren weisen darauf hin, dass Stress kein belangloses Problem ist, sondern gesundheitliche Probleme verursachen kann. "Die Studie zeigt: Je höher der Stresslevel, desto mehr Beschwerden haben die Menschen", sagt Forsa-Geschäftsführer Prof. Manfred Güllner. Nur sieben Prozent der stark Gestressten geht es sehr gut, gegenüber jedem Vierten, der selten oder nie im Stress ist (24 Prozent). Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gereiztheit – bei allen Beschwerden dasselbe Bild: Je gestresster ein Mensch ist, desto eher ist er betroffen. Eindeutig ist auch der Zusammenhang mit psychischen Problemen: "Gestresste Menschen haben gegenüber Entspannten ein fast viermal so hohes Risiko für seelische Beschwerden", erläutert Güllner. Mehr als vier von zehn Menschen mit hohem Stresslevel hatten in den vergangenen Jahren psychische Beschwerden wie Burn-out oder Depressionen.

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