Klinik -

Studie: In NRW herrscht akuter Arztmangel

In Nordrhein-Westfalen fehlen deutschlandweit die meisten Assistenz- und Fachärzte. Diesen eklatanten Ärztemangel deckt der aktuelle "Stellenreport Medizin und Pflege" des Gesundheitsportals kliniken.de auf. Fast jede fünfte der bundesweit freien Facharztstellen sowie ein Viertel aller Assistenzarztstellen sind in NRW zu besetzen.

Der erschreckend hohe Ärztemangel hängt auch mit der hohen Bevölkerungsdichte des Bundeslandes zusammen. Tatsächlich liegt Nordrhein-Westfalen mit einem Mangel von 139 qualifizierten Ärzten auf 1 Million Einwohner exakt im bundesdeutschen Schnitt. "Das ist keine Entschuldigung für die schlechte medizinische Versorgung in NRW, sondern zeigt, dass der Ärztenotstand in der gesamten Bundesrepublik einen schockierend hohen Stand erreicht hat", so der Initiator der Studie, David Fickeisen. Ein genauer Blick auf die insgesamt 26.000 Stellenanzeigen, die bundesweit ausgewertet wurden, zeigt: In Nordrhein-Westfalen richtet sich sogar mehr als jede zweite ausgeschriebene Stelle an Assistenzärzte (53 Prozent). „Dieser Fakt wird den Ärztemangel in NRW in naher Zukunft sogar noch weiter verstärken. Krankenhäuser sind schließlich auf die Jung-Ärzte angewiesen, die möglichst auch nach ihrer Ausbildung an das Haus gebunden bleiben sollten. Ein eklatanter Mangel an Assistenzärzten bildet nur eine brüchige Basis um dem bestehenden Ärztenotstand entgegenwirken zu können“, so David Fickeisen. Neben dem ärztlichen Nachwuchs sucht NRW händeringend nach Oberärzten (23 Prozent). Zu 20% zeigen die Stellenanzeigen den Bedarf an Fachärzten in NRW. Die restlichen 4 Prozent der Stellenanzeigen betreffen Chefarztposten.

Der "Stellenreport Medizin und Pflege" zeigt, dass Nordrhein-Westfalen in erster Linie händeringend nach Internisten sucht (28 Prozent). Jede zehnte Stelle im Fachbereich Psychiatrie ist unbesetzt (9 Prozent). Auch in den Fachbereichen Anästhesiologie (8 Prozent), Geriatrie (7 Prozent) und Allgemeinmedizin (6 Prozent) leidet NRW unter dem offensichtlichen Ärztemangel. Einen verhältnismäßig nur geringen Bedarf an Fachärzten hat das Bundesland in den Fachbereichen Kinder- und Jugendmedizin (3 Prozent), Radiologie (3 Prozent), Chirurgie (4 Prozent) oder Orthopädie (4 Prozent).

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