Forschung -

Universität zu Köln Studie: Auswirkungen der ePA auf Personal und Patienten

Ein Verbundprojekt der Universitäten Köln, Dortmund und Wuppertal untersucht die Auswirkungen der elektronischen Patientenakte auf Arbeitsabläufe, -klima und Patientenzufriedenheit. Die Ergebnisse sollen Kliniken bei der Einführung der ePA unterstützen.

Themenseite: Digitalisierung

Seit 1. Mai untersuchen Forscher der Universität zu Köln die Auswirkungen der Einführung einer elektronischen Patientenakte (ePA) auf das Krankenhauspersonal, die interne Krankenhausorganisation und Patienten. Gefördert wird das dreijährige Projekt „electronic patient record and its effects on social aspects of interprofessional collaboration and clinical workflows in hospitals“ (eCoCo) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Gesamtsumme von 1,26 Millionen Euro. Projektleiter ist Prof. Dr. Holger Pfaff vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Humanwissenschaftlichen und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.

Auswirkungen der ePA auf Patienten und Personal

Denn immer mehr Krankenhäuser in Deutschland nutzen elektronische statt papierbasierte Patientenakten, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und die Dokumentation zu vereinheitlichen. Ist dies zum Wohle der Patienten oder beschädigt die ePA am Ende gar die Arzt-Patient-Beziehung? Und welche Auswirkungen hat die ePA auf das Klinikpersonal, interne Kommunikation und Arbeitsabläufe?
 
Zur Beantwortung dieser Fragen hat sich das Kölner Team bei eCoCo mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund und der Bergischen Universität Wuppertal zusammengeschlossen. Die multidisziplinäre Forschungsgruppe aus den Bereichen der Versorgungsforschung, Gesundheitsökonomie und Soziologie untersucht, wie die Umstellung auf die ePA die soziale Situation und die täglichen Arbeitsabläufe innerhalb einer Klinik beeinflusst, und in welchem Maße sich die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen ändert.

Handlunsgempfehlungen ableiten  

Darüber hinaus führt das Team an drei an der Studie teilnehmenden Krankenhäusern in Düsseldorf, Oberhausen und Wuppertal mehrere Beobachtungsstudien, Interviews, Gruppendiskussionen und Dokumentenanalysen durch. Sie werden zudem Patienten und das Personal in den Krankenhäusern befragen und ausgewählte Sekundärdaten auswerten. Projektleiter Pfaff sagt: „Mit diesem Projekt haben wir die Möglichkeit, Auswirkungen der Digitalisierung auf das System Krankenhaus, die Patienten sowie das Klinikpersonal wissenschaftlich zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für den digitalisierten Klinikalltag zu entwickeln.“

Ergebnisse frei zugänglich

Das Projekt soll u.a. aufzeigen, ob durch die Umstellung beispielsweise die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter steigt und ihr Stresslevel sinken kann. Außerdem wird das Forschungsteam auf der Grundlage der Ergebnisse Hilfestellungen und Empfehlungen entwickeln, die der Vorbereitung und Evaluation der Einführung einer elektronischen Krankenakte in Krankenhäusern dienen. Die Studienergebnisse und Empfehlungen stellt Pfaff gemeinsam mit seinen Projektpartnerinnen Vertretungsprofessorin Dr. Ute Karbach von der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Technischen Universität Dortmund und Prof. Dr. Juliane Köberlein-Neu von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften – Schumpeter School of Business and Economics – Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung der Bergischen Universität Wuppertal auf der projekteigenen Homepage frei zugänglich zur Verfügung.

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