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Streit um Uniklinikum: Rhön-Klinikum wehrt sich

"Wir als Träger der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH haben einen anderen Blick auf die aktuelle Situation in unserem Klinikum, möchten Ihren Einschätzungen widersprechen und laden Sie sehr herzlich ein zu einem Gespräch – am besten vor Ort in Mittelhessen", schreibt Vorstandsvorsitzender Dr. Dr. Martin F. Siebert.

Aus seiner Sicht sei die Kritik der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin daran, wie sich die Hochschulmedizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) entwickelt habe, "weder sachgerecht" noch stimmten sie "mit den objektiven Ergebnissen aus den Bereichen der Forschung, Lehre und Krankenversorgung überein". Diese Form der Polarisierung verkenne nicht nur die Leistungen der Mitarbeiter des UKGM, sie nütze auch nicht den gemeinsamen Interessen der deutschen Hochschulmedizin, sagt Siebert. Nach Ansicht des Rhön-Klinikums leisten Forschung und Lehre in Gießen und Marburg "einen herausragenden Beitrag für die Fortentwicklung und Verbesserung der medizinischen Versorgung". Jedes Jahr würden zehn Prozent des Betriebsergebnisses von UKGM, mindestens aber zwei Millionen Euro, für kliniknahe Forschungsprojekte ausgelobt und vergeben. "Die gute, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit beiden Universitäten schlecht zureden ist nicht im Sinne der Region Mittelhessen und seiner Mediziner", befindet Siebert.

Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hatte unter anderem erklärt, die Privatisierung sowie der Betrieb der Partikeltherapieanlage seien aus heutiger Perspektive "gescheitert". Die Erfahrungen am Klinikum Gießen/Marburg hätten gezeigt, "dass die von dem privaten Unternehmen geforderten Renditeerwartungen mit den Aufgabenfeldern eines Universitätsklinikums nicht in Einklang zu bringen sind".

Der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin gehören die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, die Bundesärztekammer, die Bundesvereinigung der Landeskonferenzen ärztlicher und zahnärztlicher Leiter von Kliniken, Instituten und Abteilungen der Universitäten und Hochschulen Deutschlands, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, die Deutsche Gesellschaft für Medizinrecht, der Deutscher Hochschulverband, der Marburger Bund sowie der MFT Medizinischer Fakultätentag an.

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