E-Rezept Streit um Testphase

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Ab Januar 2022 wird das E-Rezept für Ärzte und Ärztinnen verpflichtend. Doch seine Erprobung verläuft bislang holprig. Zwischen der gematik und ihren Gesellschaftern besteht Uneinigkeit darüber, wie es weitergehen soll.

E-Rezept
Bei der Testphase zur Einführung des E-Rezept wurden bis dato statt der geplanten mind. 1.000 nur 42 E-Rezepte ausgestellt und erfolgreich abgerechnet. – © peart (stock.adobe.com)

Mit Blick auf die baldige Einführung des E-Rezeptes erklärte die TI-Betreibergesellschaft vor kurzem: „Die bisherige Testphase ist erfolgreich verlaufen.“ Somit könne die bundesweite Erprobung im Dezember 2021 starten.

Kritik an der Testphase geäußert

In einer gemeinsamen Stellungnahme äußern die als Minderheitsgesellschafter an der gematik beteiligten Leistungserbringer-Organisationen,

  • darunter die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV),
  • die Bundesärztekammer (BÄK) und
  • die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG),

Kritik am Testumfang. Anders als die gematik halten sie die Testphase nicht für einen Erfolg. „Das Gegenteil ist der Fall: Tatsächlich sind die Tests in der Fokusregion Berlin-Brandenburg nicht aussagekräftig“, lautet der Vorwurf. Statt der ursprünglich geplanten mindestens 1.000 seien bis dato gerade einmal 42 E-Rezepte ausgestellt und erfolgreich abgerechnet worden. „Ein Krankenhaus war an den Tests bisher nicht beteiligt“, bemängeln die Gesellschafter außerdem. Dass die gematik dennoch am Start der bundesweiten Erprobungsphase seit dem 1. Dezember 2021 festhält, halten sie vor diesem Hintergrund für „nicht sinnvoll“.

Es verläuft nicht alles nach Plan

Derweil gestehe auch die gematik ein, dass nicht alles nach Plan verlaufen sei. So hätten an der Testphase trotz mehrfachen Angebots bislang nur vier Praxisverwaltungssysteme teilgenommen. Und auch die Zahl der aktiv beteiligten Krankenkassen sei mit zwei noch zu gering. Im Endspurt vor der Einführung des E-Rezeptes sei laut gematik nun gemeinsames Miteinander gefragt, denn: „Ein Projekt dieser Größenordnung kann nur gemeinsam mit allen Beteiligten und Partnern gelingen.“