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Corona-Pandemie Stichproben als neue Corona-Teststrategie

Mehr auf Corona testen - aber wie genau? Der Berliner Senat hat sich dafür von Experten der Charité beraten lassen. Amtsärzte begrüßen das - finden im ersten Aufschlag aber noch nicht alle guten Ratschläge der Medizin wieder.

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Der Berliner Senat hat am Dienstag (19.05.2020) eine Ausweitung der Corona-Tests mit einem Schwerpunkt auf Stichproben beschlossen. Flächendeckende Tests werde es nicht geben, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Test-Stichproben solle es nach einem Konzept von Charité und Vivantes z.B. in Schulen, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie bei Polizei und Feuerwehr geben. Arbeitsgruppen für die verschiednen Lebensbereiche sollen dafür in den nächsten 14 Tagen konkret ausarbeiten, wie punktuell und zielgerichtet getestet werden soll, erläuterte Müller. Das Berliner Modell solle wissenschaftlich begleitet werden. Daran sei auch der Charité-Virologe Christian Drosten beteiligt.

Pro Woche stehen für Berlin rund 58.200 Tests zur Verfügung. Im Moment werde nach den strengen medizinischen Vorgaben nur ein gutes Drittel genutzt, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Dabei waren 4,7 Prozent der Tests positiv. «Die Strategie ist nun, dass wir mehr Menschen ohne Symptome testen», sagte sie. Das sei freiwillig. Die Methode hänge auch von einer Rechtsverordnung ab, die der Bund vorbereite. Das gelte auch für die Frage der Finanzierung.

Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid begrüßte in einer ersten Reaktion die Einbindung von Fachleuten in Berlins Teststrategie. Das Konzept der Charité, das er kenne, sei in der Kommunikation bisher allerdings stark eingedampft worden, sagte er. Nicht mitgehen würde Larscheid als Amtsarzt z.B. beim Testen nach reinem Zufallsprinzip. «Checks durch die Bank, bei denen ein Mensch nur einmal getestet wird, sind völlig sinnlos», sagte er. Wissenschaftlich haltbare Ergebnisse bekomme man, wenn man eine feste Gruppe immer wieder teste - z.B. Kita-Erzieher, Lehrer und das Personal in Pflegeeinrichtungen.

Die bisherigen Vorstellungen im Überblick

KITAS UND SCHULEN: Hier soll es Stichprobenuntersuchungen von Kindern und des Personals geben. Nach Senatorin Kalaycis Ideen könnte das nach dem Zufallsprinzip geschehen. Über die Methode sollten aber Experten entscheiden, sagte sie. Die zeitlichen Abstände richteten sich nach der Entwicklung des Infektionsgeschehens in der Bevölkerung.

KLINIKEN: Medizinisches Personal soll als Ausnahme komplett mindestens einmal in der Woche getestet werden - in besonders vulnerablen Bereichen wie der Geriatrie und Onkologie auch zweimal die Woche.

PFLEGEHEIME: Hier soll die breitflächige Testung in Einrichtungen des landeseigenen Konzerns Vivantes weitergehen. Dazu kommen Häuser, die bereits durch die Charité getestet werden. Für die verbleibenden Pflegeeinrichtungen ist ein einmaliges flächendeckendes Testen aller Mitarbeiter vorgesehen.

GASTRONOMIE: Hierfür sind wiederholte Stichproben nach dem Zufallsprinzip vorgesehen.

POLIZEI UND FEUERWEHR: Beschäftigte sollen wegen der vielen Kontakte in die Bevölkerung ebenfalls per Stichprobe getestet werden.

JUSTIZVOLLZUG: Hier sind wiederholte Stichproben nach dem Zufallsprinzip vorgesehen.

ORTE: Die bestehenden acht Untersuchungsstellen, die im Moment kaum ausgelastet sind, sollen zu Test-Stellen weiterentwickelt werden.

Möglich sein könnten aber auch Selbsttests oder Tests durch das Personal in Einrichtungen, die dann in ein Labor gebracht werden.

Im Moment steht die Berliner Corona-Ampel, die die Infektionslage auf Basis mehrerer Werte einschätzt, nach Angaben des Senats auf Grün: Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen ein infizierter Mensch ansteckt, liegt bei 1,07. Die Neuinfektionsrate pro 100.000 Einwohner und Woche liegt bei 5,04. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen liegt bei 5,4 Prozent. Sollte die Ampel mit neuen Werten auf Gelb oder Rot springen, werde es weitere Lockerungen nicht so schnell geben wie angedacht, sagte Müller.

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