Curacon-Datenschutzstudie 2022 Status quo nach vier Jahren DSGVO

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Datenschutz & Datensicherheit

Die Umsetzung von Datenschutzvorschriften ist anspruchsvoll – gerade seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und nochmals verschärft durch das Pandemiegeschehen und die entstandene Digitalisierungsdynamik. Die bedauerliche Erkenntnis aus der neuen Studie mit Blick auf die Gesundheits- und Sozialwirtschaft: Trotz großer Anstrengungen nimmt das Vertrauen in den Datenschutz ab.

DSGVO-Studie
Datenschutz wird immer komplizierter: In der Gesundheits- und Sozialwirtschaft haben die externen Bestellungen von Expertinnen und Experten stark zugenommen. – © Curacon

Bereits vor der verbindlichen Einführung der DSGVO im Mai 2018 erwartete die Mehrheit der Befragten der Curacon-Datenschutzstudie 2018 datenschutzrechtliche Verschärfungen, die zu Komplexitätssteigerungen und einem erhöhten Ressourceneinsatz führen würden. Im Jahr 2022 hat sich diese Vermutung für über zwei Drittel der Befragten bestätigt. Für die Verschärfung sind aus Sicht der Befragten an erster Stelle die umfangreicheren Informations- und Rechenschaftspflichten ursächlich. Auch die durchzuführende Datenschutz-Folgenabschätzung ist zeit- und ressourcenintensiv und stellt eine Hürde dar, besonders bei der Einführung neuer digitaler Verfahren. Der so wichtige Datenschutz wird vielfach als „Hemmschuh“ wahrgenommen.


Externe Bestellungen von Datenschutzbeauftragten nehmen deutlich zu


Für die Sicherstellung des Datenschutzes sind die innerbetrieblichen Datenschutzbeauftragten zuständig, die in nahezu allen befragten Einrichtungen bestellt waren. Die Aufgaben sind umfangreich:

  • die Gewährleistung von Datenschutzkonformität (z.B. Datenübermittlung in Drittstaaten, Social-Media-Accounts etc.),
  • die Wahrnehmung und Umsetzung von Gesetzesänderungen,
  • Rechtsprechungen und Stellungnahmen der Aufsichtsbehörden,
  • aber auch die datenschutzrechtliche Schulung der Mitarbeitenden

gehören zum komplexen Tätigkeitsbereich eines Datenschutzbeauftragten.

Angesichts dieser umfangreichen und sensiblen Aufgaben zeigt sich in der Studie, dass Einrichtungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft vermehrt externe Datenschutzbeauftragte bestellen: Der Anteil externer Bestellungen hat sich fast verdoppelt, so dass inzwischen das Verhältnis zwischen interner und externer Bestellung nahezu ausgeglichen ist.

„Die Studie zeigt, wie deutlich die Komplexität mit Blick auf den Datenschutz in den letzten vier Jahren gestiegen ist. Interne Datenschutzbeauftragte benötigen heute drastisch mehr Wissen und Zeit für ihre Aufgaben. Beides ist vielfach nicht ausreichend möglich – Risiken sind so nahezu unvermeidbar“, kommentiert Johannes Mönter, Studienleiter und Manager im Beratungsfeld Datenschutz, die herausfordernde Situation für rein interne Datenschutzlösungen.

Zur Studie

Nach der ersten Erhebung im Jahr 2018, deren Fokus auf datenschutzrechtlichen Heraus-forderungen in Krankenhäusern lag und das Stimmungsbild noch vor Einführung der DSGVO abbildete, blickt die diesjährige Curacon-Datenschutzstudie auf den Umgang mit aktuellen Anforderungen in Unternehmen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Die Rolle der Datenschutzbeauftragten sowie die der Aufsichtsbehörden wird beleuchtet. Dar-über hinaus werden datenschutzrechtliche Treiber und Hürden im Zuge der Digitalisierung beschrieben. Ziel der Datenschutzstudie 2022 ist es, aktuelle datenschutzrechtliche Her-ausforderungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft darzulegen und die Komplexität des Datenschutzes in diesen so sensiblen patient:innen- bzw. klient:innennahen Bran-chen aufzuzeigen.

Die Studie kann kostenlos unter studien@curacon.de bestellt werden.