DGFM -

Können Filme und Fernsehserien professionelles Handeln vermitteln? Star Trek und Vorbilder für Gesundheitsberufe

Filme und Serien können ein informationsvermittelndes Potenzial beinhalten, um nachhaltig auf zwischenmenschliche Interaktionsmuster und somit auch auf den beruflichen Alltag einzuwirken. Unter filmsoziologischer und medienpädagogischer Betrachtung können sie sogar eine wertvolle Grundlage für Lernprozesse sein und Rollenvorbilder für professionelles Handeln werden.

Themenseiten: DGFM und Fort- und Weiterbildung

Im wissenschaftlichen Diskurs findet man mehrere Referenzen einer zielführenden Verwendung von Filmen und Serien zur Sensibilisierung und Professionalisierung während der Ausbildung, des Studiums oder der Weiterbildung in den medizinischen Gesundheitsberufen. So berichtete Terry Sheperd bereits 2007 in seinem Beitrag „Infinite Diversity in Infinite Combinations: Portraits of Individuals With Disabilities in Star Trek“ über das informationsvermittelnde Potenzial, um nicht nur an die Themen Behinderung und chronische Erkrankungen heranzuführen, sondern auch um die multivariaten Faktoren der Teilhabe der Menschen am Leben in der Gesellschaft anschaulich abzubilden und Reflektionen zu ermöglichen.

Sensibilisierung und Professionalisierung

Auch im Studium der Humanmedizin kommen Filme und Fernsehserien bereits zur Anwendung, z.B. wenn es um die Etablierung einer professionellen Beziehung zwischen Ärzten und Patienten gehen soll, wie der Beitrag „Using Movies to Teach Professionalism to Medical Students“ von Zalika Klemence-Ketis und Janko Kersnik aus dem Jahr 2011 aufzeigt. Ebenfalls positive Erfahrungen zum Einsatz von Filmen und Fernsehserien lassen sich Thalia Arawis 2010 erschienenem Beitrag „Using Medical Drama to Teach Biomedical Ethics to Medical Students“ entnehmen. Entsprechend widmen sich auch Fachvorträge und Workshops einer Sensibilisierung und Professionalisierung über Filme und Fernsehserien, wie sie z.B. von Mona Abdel-Hamid vom psychologischen Dienst des Universitätsklinikums Göttingen bereits seit mehreren Jahren angeboten werden.

Einfluss informeller Lernprozesse

Während die zuvor genannten Beiträge insbesondere auf den formellen Lernprozess abzielen, Filme und Fernsehserien also im Rahmen einer Ausbildung, eines Studiums oder einer Weiterbildung Informationen vermitteln, geht der 2008 erschienene Beitrag „Medical and Nursing Students’ Television Viewing Habits: Potential Implications for Bioethics“ von Matthew John Czarny et al. davon aus, dass diese auch als Element der Freizeitgestaltung und somit bereits über informelle Lernprozesse auf das professionelle Handeln einwirken können. Eine kritische Auseinandersetzung mit Filmen und Fernsehserien im formellen Lernprozess scheint daher im Sinne des professionellen Handelns geboten.

© hcm-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen