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Staatssekretär: Corona-Behandlungszetrum startet mit 84 Betten

Das Corona-Behandlungszentrum auf dem Berliner Messegelände soll mit zunächst 84 Betten starten. Das sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Freitag (22.05.2020) dem RBB.

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Martin Matz rechne kommende Woche bei der abschließenden Überprüfung nicht mit Problemen. Damit die Betten belegt werden könnten, stehe nur noch die routinemäßige Abschlussprüfung durch das Gesundheitsamt aus. Die Bauabnahme sei bereits am 11. Mai erfolgt, die ordnungsbehördliche Genehmigung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales am 18. Mai, sagte Matz laut dem Bericht von RBB24 online. Zuvor hatte u.a. der «Tagesspiegel» berichtet, dem im März angekündigten Reservekrankenhaus für Covid-19-Patienten fehle noch die Betriebserlaubnis.

Die Zahl der Betten sei nach Bedarf erweiterbar, erläuterte Matz. Das Behandlungszentrum sei in einzelne Abteilungen aufgeteilt, die nacheinander in Betrieb genommen werden könnten. «Es ist ja gar nicht sinnvoll, für alle Betten permanent das Personal vorzuhalten und alle Medikamentenkühlschränke zu befüllen, so lange wir genau wissen, dass wir es im Moment gar nicht in Betrieb nehmen müssen.»

Zum Start würden auch nur zwei Beatmungsgeräte zu Schulungszwecken zur Verfügung stehen. Dass in der umgebauten Messehalle Beatmungsgeräte fehlen würden, stimme aber nicht, sagte Matz. «Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass die Belieferung von Beatmungsgeräten in das Behandlungszentrum, wo sie erkennbar noch gar nicht gebraucht werden, dazu führt, dass wir Krankenhäusern die Geräte wegnehmen, die sie bestellt haben.»

Das Personal für das Corona-Behandlungszentrum fehlt zum Teil noch. Das gilt weniger für Ärzte, sondern v.a. für Pflegekräfte. Sie sollen nach Angaben des Staatssekretärs für die Arbeit auf dem Messegelände noch angeworben werden.

Die Vorsitzende der Berliner Linke, Katina Schubert, erklärte dazu am Freitag, die Ausbreitung des Corona-Virus sei vorerst eingedämmt werden. «Die Bedrohung durch Covid-19 wird uns aber noch einige Monate erhalten bleiben, weshalb auch die Vorhaltung eines Corona-Krankenhauses weiter sinnvoll erscheint.» Die Gesundheitssenatorin müsse dies sorgfältig vorbereiten und auch bei der Personalgewinnung alle Möglichkeiten ausschöpfen. Darunter dürfe der Betrieb der sonstigen Berliner Krankenhäuser nicht leiden. «Es wird wieder einmal deutlich, dass der Personalmangel in der Pflege eine Folge der schlechten Bezahlung und Arbeitsbedingungen ist. Ohne eine Aufwertung der Berufe im Gesundheitswesen wird dieses Problem daher auf Dauer nicht zu lösen sein.»

Das neue Corona-Reservekrankenhaus ist innerhalb eines Monats in einer Messehalle errichtet worden. Hier sollen Covid-19-Patienten aufgenommen werden, wenn in den anderen Kliniken der Hauptstadt kein Platz mehr für sie ist. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte es Anfang April als ein «Zwischenmodell zwischen Krankenhaus und Feldlazarett» angekündigt.

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