Patientenentertainment und Multimedia Sprungbrett für die Digitalisierung

Zugehörige Themenseiten:
Digitalisierung

Entertainmentnutzung über ein Terminal wird von Patientinnen und Patienten gern gesehen und ist eine angenehme Abwechslung bei der Genesung. Entertainmentsysteme bieten auch Potenziale für die Prozessoptimierung im Klinikalltag. Wie Krankenhäuser Infotainmentsysteme als Sprungbrett für die weitere Digitalisierung nutzen können.

Die Patientinnen und Patienten können über das Terminal direkt mit den Pflegefachkräften kommunizieren. – © Bewatec

Auf vielen Stationen ist ein Terminal am Patientenbett bereits Standard. Beim TV schauen oder Radio hören sollen sich Patientinnen und Patienten ablenken und entspannen. Moderne Patientenentertainmentsysteme sollen aber mehr als die reine Unterhaltung bieten. Denn mit Bedside Terminals sei die Basisinfrastruktur für Digitalisierungsprozesse im Krankenhaus bereits vorhanden, schildert Marcus Kunze, Bereichsleiter Applikationen, Geschäftsbereich IT der Universitätsmedizin Rostock: „Wir (…) hatten die gesamte Tablet-Infrastruktur bereits an den Patientenbetten. Die perfekte Ausgangslage, um ohne große Aufwände das Modul Service Call (…) zu integrieren.“

Als Ein- und Ausgabemedium am Patientenbett ermöglicht ein Terminal die digitale Kommunikation und die Einbindung der Patientinnen und Patienten. Im Sinne des Patient-Empowerments werden die zu behandelnden Menschen mit gezielten Informationen aktiv während ihres Aufenthalts eingebunden und können digital mit dem Pflegepersonal kommunizieren. Durch die Integration weiterer Funktionen sollen sich vielfältige Möglichkeiten bieten, Prozesse des Klinikalltags in einer verbindenden Plattform digital abzubilden und zu unterstützen.

Pain Points identifizieren und Möglichkeiten der Infotainmentsysteme nutzen

Um die digitale Transformation patientenzentrierter Abläufe in Gang setzen zu können, müssen die Möglichkeiten der Systeme und die eigenen Optimierungsbedarfe bekannt sein. Welche Pain Points gibt es im Stationsalltag und wie kann hier konkret digital unterstützt werden? Kliniken können ihr Patienteninfotainment durch die Integration zusätzlicher Module ganz nach ihren Bedürfnissen konfigurieren und auf ein neues Level heben: von Service Calls über Menübestellung, Therapievideos, Terminplanung, Videovisite bis hin zur Visualisierung von Patientenportallösungen und medizinischen Applikationen.

Ein gutes Beispiel, wie ein Patienteninfotainmentsystem zur Zeitersparnis für Pflegekräfte, schnellerer Versorgung und besseren Information von Patientinnen und Patienten führe, zeige sich an der Integration des Service Calls. Die Behandelnden können so dem Pflegepersonal genau sagen, was sie gerade benötigen wie

  • sie haben Schmerzen,
  • sie brauchen Hilfe beim Aufstehen oder beim Toilettengang,
  • die Infusion ist durchgelaufen oder
  • sie hätten gern ein Glas Wasser.

Diese Anliegen können mit dem Service Call direkt an die Pflegekräfte kommuniziert werden. Das soll Laufwege und Zeit sparen – je nach Pflegekraft und Schicht etwa 25 Minuten – und ermögliche einen besseren Ressourceneinsatz in der Pflege.

Entlastung des Pflegepersonals am UK Mannheim

Diese Entlastung der Pflegefachkräfte zeigt sich auch im Inspire Living Lab, einer regulären Station des Universitätsklinikums Mannheim, auf der Medizin- und E-Health-Produkte im realen klinischen Alltag getestet werden können. „Die Kommunikationsapp von Cliniserve, die wir Patientinnen und Patienten über die Bewatec Tablets am Patientenbett zur Verfügung stellen, entlastet das Pflegepersonal im Arbeitsalltag spürbar. Serviceanfragen können automatisch an Servicekräfte delegiert, Aufgaben priorisiert und Laufwege reduziert werden, erklärt Dr. Hannah Schlott, Projektmanagerin des Inspire Living Lab. Auch die Patientenzufriedenheit könne durch eine Rückmeldung der Pflegekraft gesteigert werden.

Wie sieht ein zukunftsfähiges Setup aus?

Um sich flexibel für die fortschreitende Digitalisierung aufzustellen, bedarf es eines zukunftsfähigen Setups bestehend aus:

  • Systemoffenheit, um vorhandene Systeme und Informationen eines Krankenhauses in eine patientenzentrierte Plattform integrieren zu können und
  • einem modularen Aufbau der Plattform.

Die einzelnen Klinikprozesse können so Schritt für Schritt digitalisiert werden. Je nach den Bedarfen der Anwendenden können weitere Module ergänzt werden. Seien diese Grundlagen gegeben, könne die Integration weiterer Funktionen schnell umgesetzt werden. Kunze von der Universitätsmedizin Rostock betont, dass ein IT-Projekt in wenigen Wochen anstatt in Monaten oder Jahren umgesetzt werden kann und Digitalisierung zum Nutzen aller Beteiligten führe, konnte das UK Rostock im Projekt zusammen mit Cliniserve und Bewatec beweisen.

Großes Potenzial – auch für kleinere Krankenhäuser

Auch im Sankt Vincentius Krankenhaus in Speyer – mit 256 Betten einem eher kleineren Haus – werde ein solches IT-System bereits genutzt. 240 Tablets an den Patientenbetten bieten die Infrastruktur, um neben einem umfangreichen Entertainmentangebot auch Klinikinformationen bereitzustellen. Wo ist die Physiotherapie? Wie komme ich dorthin? Mit diesem und weiterem individuell konfigurierbarem Klinik-Content sollen sich Patientinnen und Patienten eigenständig zurechtfinden und über alles Wichtige informieren können.

„Seit wenigen Wochen ist das System bei uns im Einsatz und wir beschäftigen uns bereits mit den Möglichkeiten zur Ausweitung der Funktionalitäten. Wie in vielen Krankenhäusern sind auch unsere personellen Ressourcen begrenzt und wir sehen hier großes Potential zur digitalen Unterstützung und Optimierung”, berichtet Anne-Kathrin Schmalz, Verwaltungsdirektorin im Sankt Vincentius Krankenhaus. Wichtig sei es, auf die Wahl eines modularen und zukunftsfähigen Systems zu achten. So können die Potenziale von Patienteninfotainmentsystemen als Teil der Infrastruktur zur Klinikdigitalisierung voll ausgeschöpft werden und zum Sprung in einen digitalen Krankenhausalltag verhelfen.

Kontakt zur Autorin:

Lena Enstrup, PR Managerin, lena.enstrup@bewatec.com