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Medizintechnik SPECTARIS fordert innovationsfreundliche Politik für MedTech-Branche

Der Industrieverband SPECTARIS fordert mehr Anreize für eine nachhaltig wettbewerbsfähige Medizintechnikindustrie in Deutschland. Noch wird das Potenzial der Branche als Wirtschaftsmotor nicht ausgeschöpft. Wie forschungsfreundliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen aussehen könnten.

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Die Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS hat in einem gesundheits- und wirtschaftspolitischen Positionspapier ihre zentralen Forderungen anlässlich des kommenden Wahljahrs 2021 konkretisiert. „Die Medizintechnikindustrie muss als eine wesentliche systemrelevante und in Abgrenzung zur Pharmaindustrie eigenständige Säule der industriellen Gesundheitswirtschaft behandelt werden“, betont Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik bei SPECTARIS. „Noch immer wird unsere in Europa führende Medizintechnikindustrie vorwiegend als Kostenfaktor und viel zu selten als Wirtschaftsmotor angesehen, was sich in übermäßig scharfen Rahmenbedingungen niederschlägt. Die Patientensicherheit, die Versicherten und die Effizienzgewinne für das Gesundheitswesen durch moderne Medizinprodukte und -technik bleiben dabei zu oft unberücksichtigt und behindern nicht zuletzt Innovationen.“

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Regulierungen und der daraus immer häufiger folgenden Verlagerung von Forschung und Entwicklung ins Nicht-EU-Ausland benötigt die Industrie stärker forschungsfreundliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen, die sich am Patienten orientieren und nicht wettbewerbsverzerrend wirken. „Regulierung, die nicht hinreichend zusätzliche Patientensicherheit bringt, muss reduziert werden. Andernfalls wird der Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland geschwächt und die Existenz vieler innovativer und mittelständischer Unternehmen in Frage gestellt“, erklärt Leonhard.

Kaum Anreize für Medizintechnik-Produktion in Deutschland

Hinzu kommt, dass Medizinprodukte in Deutschland systembedingt oft deutlich niedrigere Erstattungs- und Marktpreise als in anderen Staaten der Welt mit ähnlich leistungsfähigen Gesundheitssystemen aufweisen. Es fehlt damit an Anreizen, in Deutschland zu produzieren, zu entwickeln und zu forschen sowie Innovationen zuerst in den deutschen Markt einzuführen. „Für die Bewertung und den Nachweis des für die Erstattung erforderlichen Nutzens von Medizintechnologien muss ein Instrumentarium entwickelt werden, das den Besonderheiten von Medizinprodukten mit ihren kurzen Innovationszyklen Rechnung trägt“, sagt Leonhard.

Solide Basis für Finanzierung bieten

Das deutsche Gesundheitssystem ist durch Kosteneinsparungen und einen jahrzehntelangen Investitionsstau insbesondere im stationären Bereich gekennzeichnet. „Wenn wir weiterhin eines der besten Gesundheitssysteme der Welt haben möchten, ist hier ein Umdenken erforderlich, um einen gesunden Mittelweg zwischen Kostendämpfung einerseits und einer bestmöglichen Versorgung und Ausstattung mit Medizinprodukten andererseits zu finden“, betont Leonhard. „Die moderne Medizintechnik trägt seit vielen Jahrzehnten maßgeblich dazu bei, dass sich die Lebenserwartung und der allgemeine Gesundheitsstand der Menschen deutlich verbessern. Damit diese Entwicklung nicht abbricht, muss vor allem die Krankenhausfinanzierung wieder auf eine solide Basis gestellt werden.

Datenschutz als Schutz der Personenrechte

Die derzeitige Pandemie rückt gleichzeitig auch den voranschreitenden digitalen Transformationsprozesses in der medizinischen Versorgung in den Fokus. SPECTARIS sieht hier die nötigen Stellschrauben v.a. im Umgang mit dem Datenschutz: „Um Datenschutz und Datensicherheit in einem flächendeckend vernetzten Versorgungssystem zu gewährleisten und gleichzeitig innovative Prozesse nicht zu behindern, sollte Datenschutz weniger als „Wegschließen der Daten“ und mehr als „Schutz der Personenrechte“ verstanden werden“, so Leonhard abschließend.

Zur Langfassung des Positionspapiers

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