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Wohlfahrtsverbände des Kreises Paderborn Spahn trifft auf rund 200 Vertreter der Pflege

Die Wohlfahrtsverbände des Kreises Paderborn haben Gesundheitsminister Jens Spahn zum Gespräch mit der Pflege in die Kreisstadt eingeladen. Dabei ging es auch um Fragen wie: "Woher sollen die neuen Kollegen kommen?"

Jens Spahn diskutierte am vergangenen Samstag, 8. September 2018, im Paderborner Rathaus mit rund 200 Pflegekräften aus dem Kreis Paderborn. Der Politiker sei am Ende von seinen Gesprächsteilnehmern mit Applaus verabschiedet worden. Nun hoffe man auf schnelle Veränderungen in der krisenhaften Pflegebranche.

Der Bundesgesundheitsminister war auf Einladung der Wohlfahrtsverbände im Kreis Paderborn, zu denen auch das St. Johannisstift Paderborn gehört, gekommen. Es waren ausschließlich Mitarbeitende aus der Pflege eingeladen. Ziel war es, diesen die Möglichkeit zu geben, über den Pflegenotstand im Landkreis direkt mit dem Minister zu sprechen. Seit fast einem Jahr könnten die ambulanten Pflegedienste nicht mehr alle Anfragen annehmen. Das falle auch auf die Pflegekräfte zurück, die über die Verdichtung der Arbeit klagen. Jens Spahn wolle das ändern, schnell und im Schulterschluss mit den Pflegenden. Die Zeit des Anklagens und Jammerns in der Pflege soll vorbei sein. Das fördere nur das schlechte Image der Pflege und schreckt potentielle neue Mitarbeiter ab, warnte Spahn.

Spahn hat in den vergangenen Monaten bereits eine lange Liste von Maßnahmen angestoßen oder schon durchgesetzt. In Paderborn zählte er sie auf: 13.000 neue Pflegekräfte sollen kommen, eine Ausbildungsoffensive wird folgen, Teilzeitkräften, Quereinsteigern und Arbeitnehmern aus dem Ausland soll es leichter gemacht werden, einen Job in der Pflege anzunehmen. Den Kliniken hat der Bundesgesundheitsminister Untergrenzen für das Pflegepersonal diktiert und die Krankenkassen dazu verpflichtet, das Geld für die neuen Kräfte zusätzlich zu zahlen.

Kritische Pflegevertreter

Manches sahen die Pflegekräfte in Paderborn durchaus kritisch: Woher sollen die neuen Kollegen kommen, wurde gefragt. Dass zusätzliche Pflegekräfte in den Krankenhäusern von den Krankenkassen finanziert werden sollen, sei schön und gut. Aber warum geschehe das nicht auch mit der ambulanten Pflege? Auch dort würden Pflegende dringend gesucht. Und überhaupt reichten 13.000 zusätzliche Pflegekräfte in der stationären Einrichtung nicht aus. Nicht alles sei sofort lösbar, antwortete der Minister. Aber man wolle in kleinen Schritten, mit konkreten Maßnahmen und Verbesserungen vorangehen. Erste Folgen sollen in einigen Monaten bemerkbar werden. Auch bei der Abrechnung der ambulanten Pflegedienste mit den Krankenkassen wolle er eingreifen. Bislang legen die Krankenkassen nicht oder nur ungern den – höheren – Tariflohn von Pflegekräften bei der Berechnung der Pflegehonorare zugrunde. „Das wird sich bis zum 1. Januar 2019 ändern“, versprach Jens Spahn in Paderborn.

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