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Gesundheitsfonds Sozialversicherung verliert 1,8 Millionen

Der Gesundheitsfonds hat im vergangenen Jahr erstmals ein negatives Zinsergebnis von rund 1,8 Millionen Euro eingefahren. Grund sind Strafzinsen der Banken, bestätigt das Bundesversicherungsamt einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Sozialversicherung verliert 1,8 Millionen

Aus dem Gesundheitsfonds müssen Strafzinsen bezahlt werden und zwar in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Das ist das erste Mal, dass der Fond ein negatives Zinsergebnis erzielt hat. Gemessen am Gesamtvolumen des Fonds in Höhe von rund 200 Milliarden Euro sei der Schwund als „gering anzusehen“, sagt ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes (BVA). Grund für die Strafzinsen der Banken sei die monatliche Auszahlungsweise an die Krankenkassen, die dafür sorge, dass zeitweise hohe Summen im Gesundheitsfonds liegen. Dennoch kommt BVA-Präsident Frank Plate zum Ergebnis, dass das Geldvermögen der großen Sozialversicherungsträger „liquide und sicher“ angelegt ist. Er kündigt an, die Anlagen der Sozialversicherung „gerade auch in Zeiten einer Niedrigverzinsung beziehungsweise Negativzinsen“ zu prüfen. Alexander Gunkel von der Deutschen Rentenversicherung rät laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen (FAZ), Sozialversicherungen sollten ihre Liquiditätssicherung auf das notwendige Maß beschränken.

Vermögensbestand wird abnehmen

Aufgrund aktueller Prognosen geht das BVA für die nächsten Jahre insgesamt von einem Rückgang des Vermögensbestandes aus. „Die liquiden Mittel, die den Krankenkassen zum Ausgleich der Einnahmen- und Ausgabenschwankungen zur Verfügung stehen, sind infolge von Kostensteigerungen und verringerter Bundeszuschüsse von 2013 auf 2014 bereits um rund 2,5 Milliarden Euro gesunken“, betont Plate. Auch in der gesetzlichen Rentenversicherung zeichne sich ein Rückgang ab.

So verteilt sich das Anlagevermögen der Versicherungsträger

2014 war das Anlagevermögen der Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherungsträger noch gewachsen. Laut aktuellen BVA-Zahlen stieg es um 1,7 Prozent auf 64,1 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil der Mittel in Höhe von 26,4 Milliarden Euro (41,1 Prozent) entfällt Ende 2014 wie im Vorjahr auf die 78 Krankenkassen, die dem BVA damals unterstellt waren. Es folgen mit 26,1 Milliarden Euro (40,8 Prozent) die beiden Rentenversicherungsträger DRV Bund und DRV Knappschaft-Bahn-See. 11,6 Milliarden Euro verteilen sich auf Unfallversicherungsträger, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie Künstlersozialkasse. Überwiegend werden kurz- bis mittelfristige Anlageformen bis drei Jahre gewählt. Der größte Teil des Volumens in Höhe von 54,1 Milliarden Euro (84,3 Prozent der Mittel) entfällt auf Einlagen. Daneben besitzen die Sozialversicherungsträger 3,7 Milliarden Euro (5,8 Prozent) in Wertpapieren und 6,3 Milliarden Euro (9,9 Prozent) in Investmentvermögen.

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