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Gesunderhalt des GesundheitsSystem Soziale Arbeit bereichert das System

An unterschiedlichen Stellen im deutschen Gesundheitswesen können ausgebildete Sozialarbeiter den Alltag von Akteuren – auch den der Patienten und der Bewohner – verbessern. Aber nicht nur das: Diese Fachkräfte können mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Kosten einzusparen.

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Im Gesundheitswesen gibt es durch die zunehmende ungleiche Verteilung der Ressourcen zunehmend Bezugspunkte zur sozialen Arbeit. Auch dort, wo die Medizin an ihre Grenzen stößt, komplementiert die soziale Arbeit die Versorgung und liefert wichtige Impulse für die Verhaltensprävention (vgl. Böning und Botzum 2017). Die exakte Anzahl der in Deutschland tätigen Sozialarbeiter im öffentlichen und privaten Gesundheitswesen ist unbekannt. Circa 57.000 waren es Ende 2015. Die fachlich qualifizierende Aus- und Weiterbildung für Sozialarbeiter ist Grundlage und Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit. Psychische Gesundheitsthemen werden im Arbeitskontext zunehmen (vgl. Bährer-Kohler und Carod-Artal 2017, Bährer-Kohler 2017, Bährer-Kohler 2013). Dieses auch in Altersheimen oder Kliniken und auch beim Personal dieser Einrichtungen und nicht nur bei den Kunden, den Patienten respektive den Bewohnern. Psychische Gesundheitsprobleme sind im hohen Prozentsatz für Absenzen am Arbeitsplatz verantwortlich und haben weitreichende Auswirkungen sowohl für den Einzelnen als auch für Betriebe. (Inter-)Nationale Daten dokumentieren, dass Angsterkrankungen, Depressionen, Stress- sowie Suchterkrankungen, auch in Beziehung zu chronischen Erkrankungen, zunehmen werden.

Gesundheitserhaltung, -förderung und -prävention von Körper und Psyche sollten Grundlagenthemen in Aus- und Weiterbildungsmodulen und für spätere Arbeitsbereiche von Sozialarbeitern im Gesundheitswesen sein.

Es braucht gegebenenfalls mehr Sozialarbeiter im Gesundheitswesen, sicher braucht es aber an aktuellen und zeitnahen Bedürfnissen im Gesundheitswesen orientierte qualifizierende Aus- und Weiterbildungen. Dieses auch unter Einbezug der Interprofessionalität und verschiedener Ebenen, wie den jeweiligen Organisations- und Arbeitsebenen oder der verschiedenen Interventionsebenen.

Nachweislich kann die professionelle Arbeit von qualifizierten Sozialarbeitern im Gesundheitswesen u.a. Lebensqualität verbessern und vielfältige Kostenfaktoren, volkswirtschaftlich, wirtschaftlich und menschlich beein­flussen, wie auch wieder Ende 2017 sehr strukturiert anhand von mehr als 800 Analysen respektive 16 Intensivanalysen durch die Universität Boston dokumentiert (vgl. Steketee, Ross und Wachman 2017).

Auch im zukünftigen Wirksamkeitsdialog u.a. mit Daten, Kriterien, Analysen und insbesondere bei Bedarfs- und Nachfrageanalysen geht es um den einzelnen Menschen, aber auch um den gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaft­lichen und politischen Kontext. Qualifiziert ausgebildete Sozialarbeiter wirken und sind eine große Chance – auch und insbesondere in der Schnittstelle zum Gesundheitswesen.

Prof. Dr. Sabine Bährer-Kohler,

International Federation of Social

Workers (IFSW) bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO);

Prof. Dr. David Matusiewicz, Institut für Gesundheit & Soziales (ifgs), FOM Hochschule.

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