Versorgungsforschung -

Innovationsfonds-Projekt OSCAR Social Care Nurse unterstützt an Krebs Erkrankte

Krebspatientinnen und -patienten leiden unter körperlichen Schmerzen, aber auch unter Zukunftsängsten und Hilflosigkeit. Speziell ausgebildete Social Care Nurses könnten die Lebensqualität von Betroffenen steigern und sogar Krankenhaus-Aufenthalte reduzieren.

Themenseite: Versorgungsforschung

Das Versorgungsprogramm OSCAR – kurz für "Onkologisches Social Care Projekt"– hat das Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit onkologischen Erkrankungen zu verbessern. Das von 37 Betriebskrankenkassen gemeinsam vorangetriebene Projekt wurde mit 1,4 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Im Vordergrund stand die Stärkung der Betroffenen bei der Krebstherapie.

Durch eine speziell ausgebildete Fachkraft, die sog. Social Care Nurse, sollen Erkrankte im Therapieverlauf kontinuierlich unterstützt werden. Sie begleitet die Patientinnen und Patienten in allen Erkrankungsphasen und bildet die Schnittstelle zwischen Ärzteteam, Pflegenden, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Sozialdienstmitarbeitenden. Zudem vernetzt sie die Betroffenen mit den psychosozialen Angeboten der Sozialleistungsträger (Krankenkassen, Pflegekassen, Rentenversicherungsträger).

Erste Anlaufstelle für alle Anliegen

Dazu Kerstin Mehrholz, Abteilungsleiterin "Versorgung Intensiv" bei der BKK Pfalz und am Projekt Beteiligte: "Die Versorgungsqualität in Deutschland ist heute schon sehr hoch. Die Social Care Nurses unseres Projektes haben die Aufgabe, die Erkrankten in ihrer individuellen Situation zu unterstützen und es ihnen zu ermöglichen, in informeller Selbstbestimmung mit ihrer Erkrankung zu leben. Die Nurse wird damit von der reinen Pflegekraft zur Netzwerkerin und sorgt so für mehr Lebensqualität bei den Erkrankten." Insbesondere für Schwerstkranke bedeutet die Koordination der therapeutisch-diagnostischen Maßnahmen einen Gewinn an Lebensqualität und mehr Lebenszeit außerhalb von Wartezimmern, Ambulanzen und Krankenhäusern.

Kürzere stationäre Aufenthalte

Im Mai 2021 stellte der BKK Dachverband e.V. zusammen mit Vertretenden aus Forschung und Praxis die Ergebnisse vor beleuchtete die Schlussfolgerungen für die Versorgung. Erste Ergebnisse des 2018 gestarteten Projektes zeigen auf, dass sich die Zielsetzung von OSCAR auch in der Praxis widerspiegelt. So konnte etwa ein Anstieg der gesundheitsbezogenen und krebsspezifischen Lebensqualität der Betroffenen innerhalb der ersten sechs Monate nach Therapiebeginn nachgewiesen werden. Die Beurteilung der Lebensqualität erfolgte u.a. unter Einbezug symptombezogener Skalen zur Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen bei den Betroffenen. Aus den Ergebnissen ging zudem erkennbar hervor, dass sich die durchschnittliche vollstationäre Verweildauer von Krebspatientinnen und -patienten in Krankenhäusern reduzierte.

Social Care Nurse in Regelversorgung integrieren

"Mit OSCAR ist es uns gelungen, die sozialmedizinische Mitberatung onkologischer Patientinnen und Patienten zu stärken", fasst Volker Latz, Bereichsmanager Produkte, Leistungen und Innovationen bei der Pronova BKK, zusammen. "Die aktivere Einbindung in die Therapiemitgestaltung wirkt sich positiv auf die Lebensqualität von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus und erweist sich gesundheitsökonomisch als tragfähig für den Transfer in die Regelversorgung", so Volker Latz weiter.

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen