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Gesundheits- und Strukturatlas So steht es um den Gesundheitszustand der Bundesrepublik

Die gesundheitliche Lage der einzelnen Bundesländer ist ähnlich – möchte man meinen. Der „Gesundheits- und Strukturatlas für die Bundesrepublik Deutschland“ zeigt Gegenteiliges: In Teilbereichen der sozialen und gesundheitlichen Situation bestehen auf Bundeslandebene gravierende Unterschiede. So z.B. was die gesundheitliche Belastung anbelangt.

So steht es um den Gesundheitszustand der Bundesrepublik
Von wegen "Ein Deutschland". Bei der sozialen und gesundheitlichen Lage bestehen gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. -

Innerhalb Deutschlands ist weder eine sozioökonomische noch eine gesundheitliche Chancengleichheit gegeben. Dieses Ergebnis liefert der „Gesundheits- und Sozialstrukturatlas für die Bundesrepublik Deutschland“. Der Spezialbericht basiert auf Berechnungen und Ergebnissen einer in der Senatsverwaltung Berlin betreuten Masterarbeit im Studiengang Master of Public Health an der Berliner Charité. „Die Methodik unserer bewährten Berliner Gesundheitsberichterstattung wurde jetzt zum ersten Mal für alle Bundeslänger angewendet“, erklärt der Senator für Gesundheit und Soziales Mario Czaja. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen könnten als Grundlage für künftige gesundheits- und sozialpolitische Entscheidungen dienen. Sie liefern einen direkten Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern und zeigen, dass teilweise massive Unterschiede bestehen.

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Der Belastungsindex: Er umfasst die soziale und gesundheitliche Belastung der Region und ist besonders geprägt durch Faktoren aus dem Bereich des Erwerbslebens, des Einkommens, der materiellen Lage und der Gesundheit. Er ist dort relativ hoch, wo Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung nach SGB II und SGB XII und damit das Armutsrisikos vergleichsweise hoch sind. Dementsprechend gibt es stark negative Bezüge zur mittleren Lebenserwartung. Süddeutsche Bundesländer weisen beim Belastungsindex die günstigsten Werte aus. Die verbleibenden westdeutschen Flächenländer bilden das Mittelfeld mit durchweg überdurchschnittlichen Messwerten. Hamburg auf Rang Neun führt die Gruppe der Länder an, welche verhältnisweise unterdurchschnittliche Indexwerte ausweisen. Diese Gruppe besteht aus den ostdeutschen Bundesländern sowie den Stadtstaaten Bremen und Berlin, wobei Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sich zur Gruppe der Länder mit den im Verhältnis ungünstigsten Werten formieren. Insgesamt zeigt sich eine deutliche Ost-West-Diskrepanz inklusive einer – im Verhältnis – weniger stark ausgeprägten Nord-Süd-Komponente.
 
  • Der Ergänzungsindex: Er ist ein ergänzender Index gesundheitlicher und sozialer Aspekte. Dieser steht im Zusammenhang mit der vermeidbaren Sterblichkeit an bösartigen Neubildungen der Bronchien und der Lunge, der Säuglingssterblichkeit, dem Anteil der Empfänger von Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung nach SGB XII sowie der vorzeitigen Sterblichkeit an bösartigen Neubildungen und psychischen und Verhaltensstörungen. Hier bilden Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg die Gruppe der Bundesländer mit den im Verhältnis günstigsten Werten. Danach folgt das Gros der süd- und mitteldeutschen Bundesländer, wobei das Schlusslicht durch die Bundesländer Schleswig-Holstein, Bremen und das Saarland gebildet wird. Es zeigt sich das Phänomen einer von Südwesten nach Nordwest/Nordost verlaufenden Trennlinie gepaart mit einem Südost-Nordwest-Gefälle.

Gesundheitliche und soziale Unterschiede sind da 

Im Gesamten zeige der Bericht, dass in Deutschland eine Vierteilung bezüglich der gesundheitlichen und sozialen Lage auf Bundesländerebene besteht. Dabei zeichnet sich eine Clusterbildung bestehen aus den drei Stadtstaaten, Bayern/Baden-Württemberg/Hessen sowie Niedersachsen/Nordrhein-Westfahlen/Rheinland-Pfalz/Schleswig-Holstein und den ostdeutschen Flächenländern ab.

An diesen Daten aus dem Gesundheits- und Strukturatlas sollen die Bundesländer nun ihre Konzepte z.B. für eine gleichmäßigere Arztverteilung oder der vertragsärztlichen Bedarfsplanung orientieren können.

Die Gesundheits- und Sozialberichterstattung ist hier online abrufbar.

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