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Steuerungs- und Kontrollorgane im Krankenhaus So steht es um Aufsichtsräte im Gesundheitswesen

Das Beratungsunternehmen DHR International Neumann hat die bundesweit erste Studie zur Situation von Aufsichtsräten im Gesundheitswesen vorgelegt. Demnach haben Personen an solchen Schaltstellen hohen Einfluss v.a. auf Budget- und Personalentscheidungen – die Bezahlung dafür sei allerdings unterdurchschnittlich.

So steht es um Aufsichtsräte im Gesundheitswesen
Eine neue bundesweite Studie hat die Rolle von Aufsichtsräten in Einrichtungen des Gesundheitswesens untersucht. -

Hoch zufrieden, kaum bekannt, gering bezahlt: Das sind laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens DHR International Neumann Aufsichtsräte im Gesundheitswesen. Das Unternehmen hat erstmals in Deutschland eine Studie zur Situation von Aufsichtsräten im Gesundheitswesen durchgeführt und nun veröffentlicht. Das Fazit: Aufsichtsräte tragen verantwortungsvolle Aufgaben z.B. bei der Budget- und Personalplanung, werden aber im Vergleich zu ähnlichen Positionen in anderen Branchen unterdurchschnittlich bezahlt und der Belegschaft im eigenen Unternehmen sind sie kaum bekannt.

Krankenhausspezifisches Fachwissen ist teilweise schwach ausgeprägt

Welche Ergebnisse die neue Studie über Aufsichtsräte aus kommunalen, gemeinnützigen und universitären Kliniken im Detail aufgedeckt hat, erfahren Sie in der folgenden Auflistung:

  • Aufsichtsräte halten ihre Rolle für klar umrissen, bringen sich stark in das Alltagsgeschäft ein und nehmen nur in Ausnahmefällen die Rolle des Entscheiders ein. Sie sind überwiegend zufrieden mit ihrer Tätigkeit.
  • Schwerpunkte der Arbeit sind Berichtswesen, Krisen-Management, Personalentscheidungen und strategische Themen. Je größer der Einfluss des Aufsichtsrates auf die strategische Planung eines Betriebs ist, umso besser fällt das Geschäftsergebnis aus.
  • Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung ist von Vertrauen geprägt. Krankenhäuser, in denen die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat erfolgreich ist, erzielen ein besseres Geschäftsergebnis.
  • Die Sichtbarkeit des Aufsichtsrates in der Belegschaft ist eher gering. 
  • Das Fachwissen um krankenhausspezifische Themen bei Aufsichtsräten kann nicht vorausgesetzt werden und ist teilweise nur schwach ausgeprägt.
  • Die Bezahlung ist deutlich niedriger als in anderen Branchen. In vielen Fällen findet gar keine Bezahlung statt.
 

„Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass eine grundsätzliche Diskussion der Rolle des Aufsichtsrats im Gesundheitswesen von Nöten ist. Im Moment befinden wir uns in einem zweigeteilten Spannungsfeld zwischen Förderung der Daseinsfürsorge und wirtschaftlichem Gestaltungsanspruch“, erklärt Patrick A. Haberland, der bei DHR International Neumann die Studie verantwortet, zu den Ergebnissen. „Verbesserungspotenzial sehen wir v.a. in den Bereichen Strategie, Transparenz und Weiterbildung. Dazu gehört ein engerer Austausch zwischen Aufsichtsräten und den Mitarbeitern eines Gesundheitsunternehmens, um beispielsweise Fehlentwicklungen im Sinne eines Frühwarnsystems zu begegnen.“ Auch die Qualifikation im Bereich Gesundheitswirtschaft und Medizin für fachfremde Aufsichtsräte stelle ein wichtiges Handlungsfeld dar, urteilen die Personalexperten.

Hintergründe zur Studie

Für die Studie „Die Rolle der Aufsichtsräte im Gesundheitswesen“ hat DHR International Neumann 244 Aufsichtsräte kontaktiert. Durchgeführt wurden teilstandardisierte Experteninterviews. Den Schwerpunkt bildeten dabei Aufsichtsratsvorsitzende aus universitären, freigemeinnützigen und kommunalen Klinikbetrieben. Die Interviews wurden wissenschaftlich und softwaregestützt mit MAXQDA ausgewertet. Die Veröffentlichung der Ergebnisse findet anonymisiert statt. Im Mittelpunkt der Studie standen die vier Bereiche

  • Relation von Management-/Kontrollintensität,
  • Besetzungsprozesse,
  • Verhältnis zur Geschäftsführung und
  • Akzeptanz und Wahrnehmung in der Organisation.
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