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Lesetipp So könnte ein Personalmix in der Pflege funktionieren

Die PERLE-Studie beschäftigt sich mit dem Personalmix in der stationären Langzeitpflege. Heraus kam: der „Multiprofessionelle Personalmix“ kann funktionieren, wenn einige Kriterien beachtet werden. Welche das sind, sowie weitere Ergebnisse der Studie wurden nun in einem Buch veröffentlicht.

Prof. Dr. Hermann Brandenburg  und Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff haben ein Buch mit dem Titel „ Multiprofessioneller Personalmix in der Langzeitpflege. Entstehung, Umsetzung, Auswirkung“ veröffentlicht. In diesem geht es um das Projekt „ Personalmix in der stationären Langzeitpflege (PERLE)“. Ein interdisziplinäre Forschungsteam aus Pflege, Sozialer Arbeit und Gerontologie, forschte drei Jahre lang zu diesem Thema und wurde vom Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg mittels des Förderprogramms „Innovation Pflege“ finanziert. Es setzte sich aus einer systematischen Literaturrecherche und einer Praxisstudie zusammen. Im Praxisteil wurden acht stationäre Pflegeeinrichtungen untersucht, zusätzlich zu einer landesweiten Erhebung in Baden- Württemberg. Am Ende der Arbeit steht eine Handlungsempfehlung, die sich an die Politik und auch an die Praxis richtet.

Grundlage der Studie und Einleitung des Buches bildete die Frage: Wie wirkt sich eine reduzierte Belegschaft auf Patienten in Krankenhäusern und die Bewohner von Pflegewohnheimen aus (Benjamin BU, Hackmann MB (2017) The Returns to Nursing. Evidence from a Parental Leave Program, NBER Working Paper no. 23174). Aus den Ergebnissen der Fragestellung ergab sich, das es notwendig sei eine Alternative zu entwickeln wozu das Konzept des Personalmix dazugehöre. Es entstand die These, dass in Heimen mit entsprechenden Mixformen im Hinblick auf den Personalmix überwiegend experimentiert wird und bereits erste Erfahrungen vorliegen würden.

Im zweiten und dritten Kapitel des Buches gehen die Autoren auf die theoretische Hintergründe und den aktuellen Stand der Wissenschaft ein, ehe im vierten, fünften und sechsten Kapitel die Quantitative und Qualitative Ergebnisse der Befragung untersucht und im siebten Kapitel zusammengefasst werden. Die Bewertungsgrundlage bilden verschiedene Fragebögen, die den Einrichtungen vorgelegt wurden, die mit unterschiedlichen Arbeitsmodellen arbeiten. Jeweils vier verwenden das Hausgemeinschaftsmodell des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) während die anderen eine eher traditionelle Organisationsform heranziehen.

Kritik an der Politik

Wer jetzt glaubt, dass dieses Buch nur von einem rein sachlichen Standpunkt geschrieben wurde, der irrt. So prangern Die Autoren (achtes Kapitel) z.B. an, dass die Politik Pflegeeinrichtungen immer stärker als der Renditewirtschaft sähen, was letzten Endes der entscheidende Fehler der Sozialpolitik der letzten 25 Jahre gewesen wäre. Dadurch nimmt das Duo bestehend aus Prof. Dr. Brandenburg , Inhaber des Lehrstuhls für Gerontologische Pflege der Philosophischen-Theologischen Hochschule Vallendar, und Prof. Dr. Kricheldorff, Professorin für Soziale Gerontologie, Prorektorin und Leitung des Instituts für Angewandte Forschung, Entwicklung und Weiterbildung (IAF) der Katholischen Hochschule Freiburg, primär die Politik in die Verantwortung für die aktuelle Lage.

Buch und Projekt zielen auf Teambuilding im Sinne eines intelligenten Mix von verschiedenen Personengruppen aus Pflege, Hauswirtschaft und Sozialer Arbeit ab, das Konzept und Erfahrungen in Einklang bringt und sich möglichst positiv auf die Bewohner und das Personal auswirkt.

Das Team im Überblick

Das Team, das das Projekt durchführte setzte sich aus zwei Wissenschaftlichen Mitarbeitern der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar unter der Leitung von Prof. Dr. Brandenburg, und zwei Wissenschaftlichen Mitarbeitern der Katholischen Hochschule Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Kricheldorff zusammen. Zusätzlich wurde das Projekt über die gesamte Laufzeit von einem Beirat als begleitendes Gremium begleitet. Dieser setzte sich aus Vertretern der Verbände und anderen Berufsgruppen, wissenschaftlichen Fachexperten sowie Vertretern der Berufsverbände zusammen.

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