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Börse Siemens Healthineers verspricht mehr Gewinn

Nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Geschäftsjahr will der Medizintechnikkonzern wieder profitabler werden. Das seit März an der Börse notierte Unternehmen strebt sowohl einen Ergebnissprung als auch eine bessere operative Marge an.

Im vergangenen Geschäftsjahr belasteten Kosten für den Anlauf des neuen Labordiagnostiksystems Atellica, Personalabbau, den Börsengang sowie negative Wechselkurse die Bilanz. Aktionäre können sich über eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie freuen. An Healthineers ist der Dax-Konzern Siemens weiterhin mehrheitlich beteiligt.

An der Börse kam die Bilanz gut an. Vorbörslich legten die Aktien um gut zwei Prozent im Vergleich zum Xetra-Schluss vom Freitag zu. Die Ergebnisse des Herstellers von Medizintechnik würden leicht über den Markterwartungen liegen, schrieb Analystin Lisa Bedell Clive von Bernstein einer ersten Einschätzung. Im vierten Quartal (per 30. September) sank das operative Ergebnis um sechs Prozent auf 627 Millionen Euro, wie Siemens Healthineers am Montag in Frankfurt mitteilte. Nach Steuern nahm der Gewinn um acht Prozent auf 374 Millionen Euro ab. Der Umsatz stieg bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe um vier Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Getragen wurde das Wachstum durch das Geschäft mit der Bilddiagnostik wie Ultraschallgeräte oder Magnetresonanztomographen, welches vergleichbar um sechs Prozent zulegte.

Die Labordiagnostik steigerte die Umsätze um vergleichbar drei Prozent. Mit mehr als 990 Atellica-Systemen erreichte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr sein Lieferziel von 800 bis 1000 Systemen. Früheren Angaben zufolge dauert es von der Auslieferung an drei bis vier Monate, bis die ersten Umsätze erzielt werden können. Siemens Healthineers setzt große Hoffnungen in das System, das die lange Zeit schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll. Bei der Profitabilität hinkt der Bereich noch deutlich hinter dem Geschäft mit bildgebenden Systemen hinterher.

Im neuen Geschäftsjahr geht Siemens Healthineers von einem weiteren Umsatzwachstum aus, es soll vergleichbar vier bis fünf Prozent betragen. Im Vorjahr erreichte der Konzern 13,4 Milliarden Euro. Die operative Marge sieht das Management bereinigt bei 17,5 bis 18,5 Prozent, was eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr entspricht, als 17,2 Prozent erreicht wurden. Überdurchschnittlich soll der Gewinn je Aktie zulegen: Um 20 bis 30 Prozent verglichen mit den 1,26 Euro, die Siemens Healthineers 2017/18 erzielt hatte. Dabei geht der Konzern von stabilen Wechselkursen aus.

Auch im neuen Geschäftsjahr sollen Kosten für den Konzernumbau anfallen, mit geschätzten 30 Millionen Euro fallen diese jedoch deutlich geringer aus. Mit 80 Millionen Euro hat Siemens Healthineers den Löwenanteil bereits 2017/18 verbucht.

Die Reaktionen der Banken

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Siemens Healthineers nach dem Bericht für das vierte Geschäftsquartal auf "Neutral" mit einem Kursziel von 34,50 Euro belassen. Der Medizintechnikkonzern habe solide abgeschnitten, schrieb Analystin Veronika Dubajova in einer am Montag, 5. November 2018, vorliegenden Studie. Der Umsatz liege zwar knapp unter dem Konsens, der bereinigte Gewinn jedoch darüber. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr sei ohne Überraschungen geblieben.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Siemens Healthineers nach Zahlen auf "Neutral" mit einem Kursziel von 38,90 Euro belassen. Das Wachstum aus dem laufenden Geschäft habe im vierten Quartal des Geschäftsjahres die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst David Adlington in einer ersten Reaktion am Montag, 5. November 2018. Der Ausblick des Medizintechnikkonzerns entspreche den Erwartungen. Adlington hob die relativ hohe Leerverkaufsquote in den Aktien hervor, die kurzfristig die Kursbewegungen beeinflussen dürfte.

Die Commerzbank hat die Einstufung für Siemens Healthineers nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 43 Euro belassen. Es läuft beim Medizintechnikkonzern, schrieb Analyst Daniel Wendorff in einer ersten Reaktion am Montag, 5. November 2018. Die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals und auch der Ausblick dürften von den Anlegern positiv aufgenommen werden.

Das Analysehaus RBC hat die Einstufung für Siemens Healthineers nach Zahlen auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 37 Euro belassen. Das vierte Geschäftsquartal sei solide gewesen, schrieb Analyst Wasi Rizvi in einer ersten Reaktion ebenfalls am Montag. Der Ausblick des Medizintechnikkonzerns bestätige die Erwartungen.

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