Forschung -

Entlassungsmedikationsplan Sicherheit nach Krankenhausaufenthalt

Ein Klinikaufenthalt ändert oft die Medikation eines Patienten. Nach der Entlassung kommt es aber aufgrund von Wissens- und Versorgungslücken häufig auch zu unbeabsichtigten, therapeutisch nicht notwendigen Medikationsumstellungen, die gefährlich sein können. Um dem vorzubeugen wurde von deutschen Medizinern das „Konstanzer Modell“ entwickelt, das jetzt in einer Studie analysiert wurde.

Themenseite: Patientensicherheit

„Wir fanden zunächst heraus, dass mindestens jeder zweite Patient im Rahmen der Routineversorgung von potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen betroffen war. Bei diesen bestand die Gefahr, dass die therapeutischen Zielsetzungen nach der Entlassung nicht erreicht werden“, erklärt Studienleiter Thilo Bertsche. Ferner habe es bei knapp einem Drittel der Patienten, die nach der Entlassung neuverordnete Arzneimittel benötigten, eine Versorgungslücke gegeben. Neben Kommunikationsdefiziten an den Schnittstellen der Versorgung seien unterschiedliche ärztliche Zuständigkeiten sowie der grundsätzlich unterschiedliche Arzneimittelmarkt im Krankenhaus im Vergleich zum ambulanten Sektor Gründe für therapeutisch nicht beabsichtigte Medikationsumstellungen.

Weniger Patienten mit potenziell gefährdenden Medikamentenumstellungen

„Das im Rahmen des Konstanzer Modells entwickelte modulare Schnittstellenkonzept erwies sich als wirksame Präventionsstrategie“, sagt Bertsche, der das Modell maßgeblich mitentwickelt hat. Es sei etwa gelungen, den Anteil der Patienten mit potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen um 39 Prozent, von Patienten mit Versorgungslücken um zehn Prozent sowie bei besonderen Risikoarzneimitteln in der Medikation nach der Klinikentlassung um 21 Prozent zu reduzieren.

Der Erfolg des Konzeptes wird damit erklärt, dass die Kommunikation zwischen Klinikum, niedergelassenen Ärzten und Apothekern deutlich verbessert wurde. Das gelang laut den Angaben unter anderem durch einen Entlassungsmedikationsplan. Dieser listet neben den ursprünglich angewendeten Medikamenten die nach Entlassung fortzuführende Medikation auf.

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