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Austausch von Behandlungsunterlagen Sichere digitale Infrastruktur für Charité und Vivantes

Die Berliner Charité und die Vivantes Kliniken haben einen gesicherten elektronischen Austausch von Arztbriefen, Rettungsstellenscheinen, Röntgenbefunden, Laborwerten und Medikationsplänen etabliert.

Topic channels: Digitalisierung und Datenschutz & Datensicherheit

Zwischen Gesundheitseinrichtungen werden Patienteninformationen und Behandlungsdokumente häufig noch über Telefon, Fax, per Post oder über die Patientinnen und Patienten persönlich ausgetauscht. Auch zwischen der Charité und den Vivantes-Kliniken in Berlin war das bis Ende April noch so.

Seit Anfang Mai können alle an der Behandlung Beteiligten Unterlagen wie Arztbriefe, Rettungsstellenscheine, Röntgenbefunde, Laborwerte und Medikationspläne unter Sicherstellung der Datenschutzanforderungen in Echtzeit digital einsehen. Das spart Zeit, vermeidet Doppeluntersuchungen und verkürzt Wartezeiten für Patientinnen und Patienten.

Software und IT aus Berlin und Essen

Der Datenaustausch läuft über das Enterprise Content Managementsystem (ECM) Pegasos von Nexus/Marabu aus Berlin und die Health Suite, eine zentrale Datenintegrations- und Interoperabilitätsplattform (IOP) des Essener IT-Dienstleisters März.

In beiden Kliniken wurde als erster Schritt die IOP-Plattform aufgebaut und etabliert. Sie dient als zentrale Datendrehscheibe im Dokumentenaustausch. Vivantes arbeitet bereits mit der März Health Suite, im Rahmen einer IT-Kooperation wurde das System auch in der Charité implementiert. Die Anbindung der IOP-Plattform erfolgte im Zusammenspiel mit dem digitalen Pegasos Medizinarchiv, das in beiden Einrichtungen eingesetzt wird.

Einwilligung des Patienten ist Grundvoraussetzung

Grundlage eines Dokumentenaustausches ist immer die Einwilligung von Patienten, mit der sie ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbinden und dem Austausch ihrer Dokumente ausdrücklich zustimmen. Auch ist im System gesichert, auf welche Inhalte, welcher Anwendende zugreifen darf. In einer gemeinsamen übersichtlichen Struktur werden die Dokumente dann dargestellt.

Bisher ist der Dokumentenaustausch lediglich für gesetzlich Versicherte realisiert, zeitnah sollen auch PKV-Versicherte folgen. Das Set der bisher einbezogenen Dokumente wird in Absprache mit dem medizinischen Fachpersonal sukzessive erweitert und ergänzt. Wegen der besonders sensiblen Inhalte sind psychiatrische Dokumente derzeit noch vom Austausch ausgenommen.

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