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Die Power der sozialen Medien ausschöpfen Sich 2020 in Social Media gesund aufstellen

Healthcare-Unternehmen können von Social Media profitieren: Kunden und Patienten sind schließlich längst online auf Plattformen wie Facebook und Instagram unterwegs. Dort können sie unkompliziert erreicht werden. So können Sie die Power der sozialen Medien ausschöpfen.

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Social Media stellt für Healthcare-Unternehmen eine noch unterschätzte Möglichkeit zur Ansprache und Beziehungspflege mit ihrer Klientel dar. Wichtig dabei: Kanäle und Content nicht einfach beliebig auszuwählen. Inhalte, Plattform und Zielgruppe müssen unbedingt zusammenpassen. Mit der richtigen Strategie und den Kenntnissen über aktuelle Trends und Entwicklungen können sich Einrichtungen online einen echten Vorsprung vor den Wettbewerbern verschaffen.

Social Media hat Potenzial. Um dieses voll auszuschöpfen, sollten Pharma und Healthcare-Unternehmen die Trends und Entwicklungen kennen. Im neuen Jahr 2020 geht die Entwicklung in die folgende Richtung weiter.

Influencer Marketing

Eine immer größere Rolle wird Influencer Marketing spielen – damit können Unternehmen ihre Angebote und Produkte gezielt in Communitys platzieren, die eine große Schnittmenge mit ihrer Zielgruppe bietet. Eine gute Strategie kann darin bestehen, sich nicht nur auf die Branchengrößen mit einer großen Followerschaft zu konzentrieren. Microinfluencer beispielsweise verfügen zwar über eine kleinere Reichweite, ihre Posts und ihr Content leiden dafür aber auch weniger unter Streuverlusten.

Influencer sind nahbar und authentisch. Sie bringen einen Vertrauensvorschuss. Gerade bei sensiblen Themen wie oft bei Healthcare-Produkten der Fall, kann die Erwähnung durch einen Influencer Gold wert sein und eine viel größere Wirkung entfalten als ein reines Werbeversprechen. Produktempfehlungen in einem persönlichen Rahmen sind deutlich effektiver.

Seien es der Schmerzspezialist mit fachlichen Erklärvideos oder die Mami mit dem Neurodermitis-Baby: Influencer decken als persönlich Betroffene authentisch in ihrer Tonalität einen Themenbereich ab – es gibt sie für jede Zielgruppe, für ein jüngeres wie ein älteres Publikum.

Professionelle Influencer-Marketing-Agenturen nutzen das für ihre Kunden: Sie verfügen meist über einen großen Pool und können über entsprechende Filter jene Influencer auswählen, die für eine Kampagne am besten passen. Dabei spielen Kriterien wie Reichweite, Wachstum, User-Engagement und Community-Bindung eine Rolle.

Video-Content

Video-Content wird immer wichtiger. Eine Studie von Cisco kommt zu dem Ergebnis, dass bereits im Jahr 2022 über 80 Prozent des Online-Traffics durch Videos erreicht werden wird. Bewegbild ist die Zukunft, an der auch Healthcare-Unternehmen nicht vorbei kommen. Viele scheuen das Format aktuell noch wegen der höheren Kosten im Vergleich zu Text und Fotos. Wer jetzt mit Video-Content einsteigt, kann sich gegenüber den Mittbewerbern einen Vorteil verschaffen.

TikTok

TikTok ist eine chinesische Social-Media-App für iOS und Android. Sie ist die ideale Plattform für kurze, unterhaltsame Videos, die individuell angepasst und geteilt werden können. So entstehen tausende oder hunderttausende Varianten eines Themas – jeder kann ein TikTok-Star werden und auch kleine Kanäle mit wenig Followern haben über die Struktur und den Aufbau der Plattform die Möglichkeit Hunderttausende Aufrufe zu generieren.

Die App ist noch jung und entwickelt einen regelrechten Suchtfaktor. Organische Reichweite wird über Hashtags und Trends generiert, Unternehmen können einen solchen Hashtag und Challenges z.B. über bezahlte Filter aber auch initiieren.

Für Einrichtungen im Gesundheitswesen bietet TikTok eine Plattform für den offenen Austausch über Krankheitsverläufe und die Möglichkeit Einblicke in den Alltag zu geben. TikTok lebt von der Kreativität seiner Nutzer, dem Mitmach-Charakter und gute Unterhaltung steht bei den meist 15 Sekunden kurzen Videos im Vordergrund. Gerade in der Gesundheitsbranche nutzen zudem viele Pflegende, Rettungssanitäter und Ärzte das Tool erfolgreich, um ihre Tätigkeiten aus ihrer Perspektive zu beleuchten.

Klinikum Dortmund

Das Klinikum Dortmund nutzt TikTok sogar zum Recruiting und versammelt bereits über 70.000 Follower.

Wichtig ist, auf diesem Kanal nicht die Produkte in den Vordergrund zu stellen, sondern unterhaltsame Hilfestellung zu bieten. Ein Branded Channel kann dann gezielt mit Unternehmensthemen besetzt werden.

Branded Channels auf YouTube

YouTube ist die Nr. 1 Plattform, wenn es um Video-Content geht. Statistiken zufolge hat sich YouTube in den letzten zehn Jahren gegen viele andere Plattformen durchgesetzt und hält in Deutschland mit rund 81 Prozent (2016) des Marktanteils der Unique User einen großen Vorsprung zur Konkurrenz wie Dailymotion mit 4,5 Prozent des Marktanteiles. Zudem hat YouTube als zweitgrößte Suchmaschine nach Google jede Menge SEO-Power. Content auf der Plattform ermöglicht Ranking-Synergieeffekte auf Google. Unternehmen können ihre Marke auf YouTube im eigenen Channel platzieren und so SEO-relevante Instrumente wie Titel, Tags, Vorschau und Suchbegriffe für Krankheiten oder das gewünschte Thema gezielt nutzen und die eigenen Keywords so nicht nur auf der Videoplattform, sondern auch seinem „großen Bruder“ Google besetzen.

Podcasts

Podcasts sind in aller Munde und funktionieren auch im Gesundheitswesen gut: Sie bieten viele Ansatzpunkte auch für persönliche Erfahrungsberichte, sind authentisch und individuell. Influencer bieten in ihren Podcasts die Möglichkeit für Produktplatzierungen, diverse Gesundheitsmagazine wie Praxis Vita sind mit erfolgreichen Podcasts unterwegs und natürlich ist auch ein eigener Branded Podcast eine großartige Option, um dieses Trendmedium zu besetzen.

Facebook-Gruppen

Auch wenn das jüngere Publikum zu anderen Social-Media-Kanälen abwandert: Facebook ist noch lange nicht tot – und für Unternehmen der Gesundheitsbranche eine interessante Plattform. Gerade ein weibliches Publikum im Alter zwischen 24 und 44 Jahren ist auf Facebook zu finden. Der Social- Media-Riese hat angekündigt, 2020 v.a. seine Gruppen pushen zu wollen: Sie haben bereits einen eigenen Reiter in der Facebook-App und werden gegenüber Facebook-Seiten vermehrt bevorzugt ausgespielt. Für Unternehmen bedeutet das, mit dem Fokus auf Gruppen die organische Reichweite verbessern zu können.

Gruppen sind schon per se ein ideales Tool, um den Austausch zwischen Betroffenen und mit Experten zu ermöglichen. Hier sollte der Fokus ganz klar auf der Community und den Inhalten und weniger auf Produktwerbung liegen. Healthcare-Unternehmen werden zum Veranstalter und Enabler. Private Gruppen haben dann das Potenzial für einen intensiven, vertrauensvollen Austausch und eine rege Interaktion. Sie bieten einen geschützten Rahmen, in denen sich Betroffene offen und ohne Scheu vernetzen können.

Welcher Kanal und welches Contentformat für Ihr Unternehmen richtig sind, hängt von der Zielgruppe und von den Zielen ab, die erreicht werden sollen. Jede Plattform hat ihre Vor- und Nachteile.

YouTube z.B. ist neben der Suchmaschinenoptimierung ein gutes Tool für den Longtail. Während die Insta-Story innerhalb von 24 Stunden wieder verschwindet, sind YouTube-Inhalte auch in zehn Jahren noch verfügbar und generieren nachhaltig Aufrufe. Darüber hinaus ist Instagram über seine Stories optimal, um ein persönliches Gefühl und unmittelbare Nähe zu vermitteln: Der User ist nah dran am Geschehen und an der Person, der er folgt – eine Intimität, die gerade für sensible Themen im Healthcare-Bereich bedeutsam ist. Insgesamt bietet sich Instagram als Plattform eher für leicht zu erfassende Themen an. Erklärungsbedürftigere Produkte sind bei YouTube besser aufgehoben, da dort auch lange Videos sehr gut angenommen werden und erklärungsbedürftigen Themen daher mehr Zeit eingeräumt werden kann.

Fazit

Unternehmen in der Gesundheits- und Pflegebranche können Social-Media-Kanäle strategisch nutzen, um mit ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dabei ist es wichtig, die Gegebenheiten der verschiedenen Plattformen zu kennen und zu wissen, welcher Content wo funktioniert. Entscheidend ist schließlich auch, auf Trends und Entwicklungen zu reagieren.

Mehr zum Thema Social Media im Gesundheitswesen

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Kontakt zur Autorin
Sarah Kübler Foto Hoch

Sarah Kübler
Geschäftsführerin HitchOn.

Kontakt: s.kuebler@hitchon.de

 

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