Gesundheit -

Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. Sepsis: Handlungsempfehlung an Führungskräfte im Gesundheitswesen

Mehr als 75.000 Tote pro Jahr durch Sepsis, 20.000 davon könnten noch leben. Das sagt das Aktionsbündnis Patientensicherheit und hat deshalb eine Handlungsempfehlung veröffentlicht, die sich direkt an die Führungsebene von Gesundheitseinrichtungen richtet.

Ziel ist es, Patienten mit einer Sepsis in Zukunft besser zu versorgen. Derzeit gibt es laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) in Deutschland mindestens 320.000 Sepsis-Patienten mit mehr als 75.000 Todesfällen pro Jahr.

Frühzeitiges Erkennen und Behandeln rettet Leben

Das APS sieht die Führungsebenen der Gesundheitsorganisationen in der Verantwortung, Rahmenbedingungen für eine bessere Versorgung zu schaffen. Dazu gehören in erster Linie die Krankenhäuser, aber auch niedergelassene Ärzte, da jeder Zweite eine Sepsis außerhalb des Krankenhauses erwirbt.

Von 75.000 dokumentierten Sepsis-Todesfällen pro Jahr in Deutschland seien bis zu 20.000 vermeidbar, sagt Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS und selbst Ärztin. „Mit dieser Aufgabe dürfen die Beschäftigten und Patienten nicht allein gelassen werden, sondern sie brauchen die volle Unterstützung der Leitungsebene und insbesondere auch die nötige Ressourcenausstattung. Wir sind überzeugt: Entscheider und Führungskräfte im Gesundheitswesen, aus Politik und Krankenkassen können maßgeblich dazu beitragen, dass weniger Menschen in Deutschland an Sepsis sterben!“

Ein Modellprojekt am Universitätsklinikum Greifswald habe gezeigt, dass mit der personellen und gerätetechnischen Ausstattung sowie intensiven Schulungen die Sepsis-Sterblichkeit erheblich gesenkt werden kann. Derartige Voraussetzungen sollten nach der Auffassung des APS in allen Einrichtungen geschaffen werden.

Bessere Sepsis Versorgung lohnt sich dreifach

„Wir wissen und verstehen, dass die jetzt vorgestellten Empfehlungen in vielen Gesundheitseinrichtungen noch nicht erfüllt werden und schwierig umzusetzen sind. Die Umsetzung wird eine Herausforderung, erfordert Ressourcen, eine klare Fokussierung und Kooperation von allen Beteiligten, Behandelnden und Kostenträgern“, sagt Professor Dr. Reinhard Strametz, Generalsekretär des APS, ausgebildeter Intensivmediziner und Ökonom. „Doch eine gemeinsame Investition in eine bessere Sepsis-Versorgung lohnt sich dreifach: medizinisch, gesellschaftlich und ökonomisch!“

Unterstützung von der DKG

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) unterstützt die Handlungsempfehlungen des APS und will sich dafür einsetzen, dass die Empfehlungen in den Kliniken schrittweise umgesetzt werden. Dabei seien kleinere Krankenhäuser genauso wichtig, wie große Maximalversorger. Wichtiger Baustein ist auch hier die digitale Vernetzung. „Wir setzen stark auf regionale Versorgungsbündnisse, bei denen die kleineren Klinikstandorte mithilfe der fortschreitenden Digitalisierung auch die Expertise großer Zentren nutzen“, sagt DKG Hauptgeschäftsführer Dr. Gerald Gaß.

Aktuelle Kampagne

Am 16. Februar hat das APS zusammen mit seinen Partnerorganisationen die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis gestartet und ein gemeinsames Forderungspapier für eine bessere Sepsis-Versorgung vorgestellt. Alle Informationen unter:www.deutschland-erkennt-sepsis.de

Jedes Jahr am 13. September findet der Welt-Sepsis-Tag statt, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen.

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen