Chirurgie LMU Klinikum eröffnet kinderchirurgisches Zentrum für roboterassistierte Chirurgie

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Am 18. Januar 2023 wurde das kinderchirurgische Zentrum für roboterassistierte Chirurgie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) eröffnet. Am Krankenhaus wird das Senhance-Surgical-Robotic-System speziell für Operationen an Kindern eingesetzt.

Der Direktor der Kinderchirurgie am Dr. von Haunerschen Kinderspital Prof. Oliver Münsterer (rechts) und Prof. Jan Gödecke (links) können mit dem neuen Senhance Surgical Robotic System präzise an Kindern operieren. – © Stephan Beissner/Pressestelle LMU Klinikum

Mit dem Senhance Surgical Robotic System sitzen Ärztinnen und Ärzte direkt an einer Bildschirmkonsole und steuern über Infrarot Eye Tracking die Kamera. Zeitgleich führt er händisch ferngesteuert die Instrumente. Ein Vorteil für Operationen bei Kindern sind die nutzbaren drei bis fünf Millimeter kleinen Instrumente. Bei anderen Roboterassistenzsystemen sind diese mindestens acht Millimeter groß. Präzise Eingriffe werden durch einen kleinen Aktionsradius ermöglicht sowie die Möglichkeit die Instrumente abzuwinkeln. Des Weiteren verfügt das Roboterassistenzsystem über ein haptisches Feedback. Für eine ruhige Hand bei der OP sorgt ein Tremorfilter. Zudem kommt bei den Operationen mit dem Senhance-OP-Roboter fast ausschließlich wiederverwertbare Instrumente und Materialien zum Einsatz.

Intensive Vorbereitung auf die Arbeit mit dem Senhance-Surgical-Robotic-System

Innerhalb von sechs Monaten wurde das Roboterassistenzsystem an der LUM implementiert. Vor den Einsatz in der Kinderchirurgie hat sich die Ärzteschaft intensiv vorbereitet: Ein Team aus der Kinderchirurgie reiste für drei Tage nach Mailand, um ein Teamtraining auf der robotischen Operationsplattform von Senhance zu absolvieren. Zu dem Simulationstraining im Labor gehörte auch Krisenmanagement und Fehlerbehebung. Das Senhance Surgical Robotic System wurde auch in Italien entwickelt.

Derzeit gibt es relativ wenige Publikationen zum Einsatz von Roboterassistenzsystem bei Operationen an Kindern, existierende Studien haben meist den Fokus auf den Einsatz von Robotersystemen an Erwachsenen. Deshalb möchte das Team um Prof. Oliver Muensterer und Prof. Jan Gödeke die Forschung in diesem Bereich aktiv vorantreiben.

Studien zum Einsatz von Robotersystem bei Erwachsenen zeigen unter anderem, dass die OP-Roboter präziser arbeiten, dass die Patienten postoperativ weniger Schmerzen haben und es weniger Blutverlust gibt. Wir möchten jetzt die spezifischen Vorteile für Kinder aufschlüsseln.

Oliver Muensterer

Inzwischen wurden schon sechs Operationen mit dem Senhance OP-Roboter durchgeführt. Darunter waren u.a. abdominelle und urologische Eingriffe sowie eine Tumor-Operation.