Editorial -

Editorial Sektorale Egoismen überwinden

Der Schlüssel zu einem weiterhin hohen Versorgungsniveau liegt in der integrierten Patientenversorgung. Damit sie jedoch gelingen kann, müssen alle am Versorgungsprozess beteiligten Professionen und Organisationen über alle Grenzen hinweg besser zusammenarbeiten.

Themenseite: Integrierte Versorgung & Transsektorale Zusammenarbeit

Der Gesetzgeber unternimmt daher seit Jahren wachsende Anstrengungen, den sektoralen Egoismus zu überwinden. Die systematischen Ansätze des SGB V – dazu zählen u.a. die Vertragsmodelle zur Integrierten Versorgung, die Einführung Medizinischer Versorgungszentren und das Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes – stellen dabei wichtige Etappen mit dem Ziel einer integrierten Patientenversorgung dar. Diese gilt es nun systematisch auszubauen und weiterzuentwickeln.

Im Ergebnis sollen die medizinischen Leistungen der Sektoren – vom ambulanten über den stationären und pflegerischen bis hin zum rehabilitativen Bereich – auf den individuellen Versorgungsprozess des einzelnen Patienten aufeinander abgestimmt werden. Dabei muss das Handeln aller Professionen auf Basis zuvor klar definierter Behandlungsziele ineinandergreifen – so die Theorie.

Doch wie steht es um die transsektorale Zusammenarbeit in der Praxis? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns in unserem Topthema ab Seite 24. Transformationsexperte Dr. Christian Kugelmeier erklärt u.a., warum der Schlüssel für den Erfolg neuer Modelle und Initiativen nicht die Technik, sondern der Mensch ist. Und er zeigt anhand konkreter Beispiele von Industriebetrieben, aber auch von Gesundheitsdienstleistern, wie die Gesundheitswirtschaft ihre Transformation anpacken sollte. Vorbildcharakter für eine transsektorale Versorgung hat mit Sicherheit der Ende 2018 eröffnete Rhön-Klinikum Campus in Bad Neustadt an der Saale. Hier werden alle für den Patienten wichtigen Gesundheitsdienstleister zusammengebracht, um eine ganzheitliche Betreuung über die Sektorengrenzen hinweg zu ermöglichen. Meine Kollegin Carolina Heske sprach mit Prof. Dr. Bern Griewing, Vorstand Medizin Rhön-Klinikum AG, über den derzeitigen Stand und die weiteren Pläne für dieses Mammutprojekt.

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