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Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein Scharfe Kritik an der "Corona-Prämie" für Pflegende

Pflegekräfte in der Altenpflege erhalten die "Corona-Prämie" des Bundes von bis zu 1.000 Euro, aber Mitarbeiter in Kliniken gehen leer aus. Unfair und halbherzig finden Berufskammern, die nun die Initiative ergreifen.

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Der Bundesrat hat am 15. Mai ein Gesetz verabschiedet, dass für Empörung bei Pflegefachpersonen und Pflegeberufekammern sorgt. Beschäftigte in der Altenpflege erhalten die sog. "Corona-Prämie" – Pflegende in Kliniken gehen leer aus. Das Gesetz legt in Paragraph 150a "Sonderleistung während der Coronavirus-SARS-CoV-2-Pandemie" einen Pflegebonus von bis zu 1.000 Euro fest.

Initiative der Landesregierung

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein kritisiert das Gesetz scharf und begrüßt gleichzeitig eine Initiative der Landesregierung, die auf einen Antrag der regierungstragenden Fraktionen im Landtag (Drs. 19/2147) zurückgeht. „Unserer Kenntnis nach will die Landesregierung Schleswig-Holstein auch an Pflegepersonen in Krankenhäusern einen Bonus in gleicher Höhe auszahlen. Wir begrüßen eine solche Initiative, denn sie drückt Anerkennung für die Leistungen von Pflegepersonen in allen Bereichen während der Corona-Pandemie aus”, so Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein.

Ein Bonus für alle

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein betont eine Gleichbehandlung aller Pflegefachpersonen. „Es kann nicht sein, dass Pflegefachpersonen in den Krankenhäusern komplett leer ausgehen sollen. Auch sie stehen in regelmäßigem und unmittelbarem Kontakt mit Hochrisikopersonen oder bereits an Covid-19 erkrankten Patienten. Sie haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst an Covid-19 zu erkranken. Die besonderen Erschwernisse, die aus der Verwendung von Schutzkleidung und Besuchsverboten resultieren, gibt es auch in anderen Sektoren der Pflege. Der von einigen Bundesländern gezahlte Corona-Pflegebonus beispielsweise folgt genau dieser Einsicht und richtet sich an die Profession Pflege als Ganzes“, so Drube.

Offener Brief an Bundesregierung

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein fordert: "Die Landespolitik muss ein eindeutiges Signal setzen: Der Pflegebonus muss für alle gleich sein! Die Pflegefachpersonen in allen Bereichen leisten gleichermaßen eine herausragende und wichtige Arbeit,“ so Drube weiter. Die bestehenden Landespflegekammern und die Bundespflegekammer hatten sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt. Dieser Brief ist Anfang Mai auch an den Ministerpräsidenten Daniel Günther und den Sozialminister Dr. Heiner Garg gegangen.

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