S3 Leitlinie für Psychoonkologie veröffentlicht

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Unter der Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ist eine S3-Leitlinie für die psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten erarbeitet worden.

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„Die Leitlinie bildet die Grundlage dafür, dass die Qualität der psychoonkologischen Versorgung besser werden kann“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Joachim Weis, der Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG ist. Er weist darauf hin, dass von den rund 500.000 Erkrankten pro Jahr rund ein Drittel bis ein Viertel Unterstützung bräuchte, dieser Bedarf bisher aber nicht gedeckt werden könne.

Die neue Leitlinie richte sich an alle in der Psychoonkologie sowie Onkologie tätigen Berufsgruppen wie z.B. Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter und -pädagogen, so Weis. Sie enthalte Empfehlungen für die psychoonkologische Versorgung im gesamten Verlauf einer Krebserkrankung – sowohl für den stationären als auch den ambulanten Bereich. Die Handreichung will damit eine Grundlage dafür bilden, wie Versorgungsangebote implementiert werden können. Konkret benennen die Autoren die psychosozialen Aspekte einer Krebserkrankung sowie Schritte zur Diagnostik, Beratung, Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge erwachsener Patienten. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Qualitätssicherung.

Die Leitlinie wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) von DKG und Deutscher Krebshilfe (DKH) gemeinsam mit weiteren medizinischen Fachgesellschaften entwickelt. Außerdem soll eine spezielle Patientenleitlinie im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie angeboten werden.