Fort- und Weiterbildung -

News vom HSK 2019 RWI für regionale Capitationmodelle statt Fallpauschalen

Der Krankenhaus Rating Report 2019 untersucht rund 500 Jahresabschlüsse von etwa 900 Krankenhäusern und ermittelt deren finanzwirtschaftliche Situation. Auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019 wird der aktuelle Report vorgestellt.

Themenseite: Fort- und Weiterbildung

Rund 155.000 Euro kostet es die Beitragszahler der deutschen Krankenkassen, wenn ein Krankenhausbett abgebaut oder im Rahmen einer Umstrukturierung von Krankenhäusern an eine sinnvollere Stelle verschoben wird. Um mittels des Krankenhausstrukturfonds in seiner aktuellen Form eine adäquate Marktbereinigung im Bettenangebot deutscher Kliniken zu erzielen, müsste dieser etwa die zehnfachen Mittel zur Verfügung haben. Statt einer wären damit elf Milliarden Euro nötig. Das ist eine der zentralen Aussagen des Krankenhaus Rating Reports 2019, der im Mai auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019 (HSK) vorgestellt wird.

Die Autoren des jährlich vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institute for Health Care Business in Kooperation mit Deloitte erstellten Reports plädieren deshalb für eine Umgestaltung des Krankenhausstrukturfonds. Die Einführung eines Wettbewerbsverfahrens soll eine effizientere Allokation der Finanzmittel ermöglichen.

Um die im internationalen Vergleich hohe Betten- und Krankenhauszahl abbauen zu können, müsste v.a. der Trend zur „Ambulantisierung“ intensiver vorangetrieben werden. Dazu müssten die sektoral organisierten Vergütungssysteme dies honorieren. Die Autoren schlagen deshalb vor, das System der Fallpauschalen mittelfristig durch „regionale Capitationmodelle“ abzulösen.

Davon ausgehend analysieren die Autoren die Ursachen und Trends im Krankenhausmarkt und machen Vorschläge an die Gesundheitspolitik. Ein Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der Auswertung des ambulanten Geschehens deutscher Kliniken.

Vorgestellt und diskutiert wird der Report mit der Session „Krankenhaus Rating Report 2019 - Das Ende des Wachstums?“ von

  • Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit des RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung,
  • Dr. Sebastian Krolop, Chair des HIMSS Board of Directors,
  • Dr. Francesco De Meo, Vorsitzender der Geschäftsführung der Helios Health GmbH und Vorstandsmitglied der Fresenius SE, und
  • Dr. Mani Rafii, Mitglied des Vorstands der Barmer, diskutiert.
 

Weitere Infos und das Anmeldeformular Sind auf der Webseite des HSK 2019 einsehbar.

Verwandte Inhalte
© hcm-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen