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Studie zu Langfristiger Gewichtsreduktion Rund und gesund?

Eine konsequente Ernährungsumstellung, verbunden mit sportlicher Betätigung, führt nachweislich zu kurzzeitiger Gewichtsreduktion. Die Mehrheit kann das reduzierte Gewicht jedoch nicht langfristig halten und profitiert daher nicht vom angestrebten Nutzen der Gewichtsreduktion, der Verbesserung des Gesundheitszustandes.

Dies wirft die Frage auf, ob das zurzeit geltende, auf Gewichtsnormen fokussierte Paradigma wirklich zu schlankeren und gesünderen Menschen führt. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf schädliche Wirkungen: überhöhte Fokussierung auf Nahrungsmittel und Körper, Jojo-Effekte, Essstörungen sowie Diskriminierung übergewichtiger Menschen mit daraus folgendem verminderten Selbstbewusstsein.

Nach den Regeln der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung dürfen keine Maßnahmen empfohlen und durchgeführt werden, die ineffektiv und/oder schädlich sind. Seit einigen Jahren stellt eine wachsende transdisziplinäre Bewegung den Nutzen von Gewichtsreduktion in Frage und plädiert für gewichtsneutrale Gesundheitsziele unter dem Titel „Health at every size“ (HAES), also „Gesundheit mit jedem Gewicht“. In der hier besprochenen Publikation wird die Evidenz des HAES-Ansatzes dargestellt und versucht, einen Paradigmenwechsel zu begründen. Hierzu wurden klinische Studien ausgewertet, die HAES-Maßnahmen mit konventionellen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion verglichen hatten.

In sieben randomisierten kontrollierten Studien wurden in den HAES-Gruppen statistisch und klinisch signifikante Verbesserungen physiologischer Maßzahlen wie Blutdruck und Lipidwerte sowie psychosoziale Kriterien wie Stimmung, Selbstwertgefühl und Körperwahrnehmung festgestellt. In keiner Studie wurden schädliche Wirkungen in den HAES-Gruppen festgestellt.

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