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Medizintechnik Mehr als 50 Robotik-Operationen im Klinikum Chemnitz

Als erstes Krankenhaus in Deutschland operiert das Klinikum Chemnitz mit dem Robotersystem Versius. Bisher wurden mehr als 50 Operationen durchgeführt, darunter auch die weltweit erste Thymus-Drüsen-OP.

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Im Februar 2021 hat das Klinikum Chemnitz als erstes Krankenhaus in Deutschland das Robotersystem Versius, des britischen Unternehmens CMR Surgical installiert. Seither wurde es in mehr als 50 Operationen eingesetzt. Insgesamt so erfolgreich, dass sich das Team um Dr. med. Sven Seifert, Chefarzt der Klinik für Thorax-, Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie, auf Neuland begeben konnte: Wie die Klinik meldet, wurden erstmalig weltweit mit Versius Lungentumore und -metastasen entfernt, in der Thymusdrüse operiert sowie eine Sympathektomie durchgeführt.

"Das Team ist sehr zufrieden mit diesem überaus geglückten Start. Wir können unseren Patienten jetzt nicht nur in noch höherer Qualität minimalinvasiv behandeln, sondern auch gemeinsam mit CMR neue klinische Programme – wie etwa für die Thoraxchirurgie – entwickeln", sagt Seifert. Die Erfahrungen, die man mit Versius gemacht hat, gebe man gerne weiter, das Interesse anderer Krankenhäuser in Deutschland an der Operationstechnik sei sehr groß, heißt es von Seiten der Klinik.

Vorteil: Kein extra Roboter-OP notwendig

Prof. Dr. Lutz Mirow, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, unterstreicht den besonderen Wert, den das Robotersystem für das Klinikum hat: "In den letzten Wochen konnten wir viele Eingriffe in der Viszeralchirurgie mit dem Versius zum Teil erstmalig durchführen. Weil sich das modulare System flexibler einsetzen lässt als andere Robotersysteme dieser Art, benötigen wir keinen eigens vorgehaltenen Roboter-OP. Wenn der Eingriff es erfordert, können wir die Konsole sowie die Funktionseinheiten in den jeweiligen Operationssaal bewegen."

Die modulare und offene Bauweise sichere den Ärztinnen und Ärzten zu jedem Zeitpunkt der Operation einen freien Zugang zu den Patientinnen und Patienten und erleichtert die Kommunikation im OP-Team. Die Operateure nutzen bei jedem Eingriff nur die Funktionseinheiten, die im Einzelfall erforderlich sind.

Unter Mirows Leitung wurden bereits zahlreiche Cholezystektomien durchgeführt, auch in Kombination mit Leberresektionen. Seifert setzt das Robotersystem besonders im thoraxchirurgischen Bereich ein, z.B. für Sympathektomien und Lobektomien.

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