Paracelsus Roboter unterstützt OP

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Zum ersten Mal wurde im Regelbetrieb der Mund-Kiefer-Chirurgie der Paracelsus Klinik München ein Roboter eingesetzt. CARLO trägt Knochengewebe autonom und kontaktfrei ab.

CARLO Roboter
Seit Juni 2021 ist der Roboter CARLO im Regelbetrieb. – © Michael Kuhlmann

„Cold Ablation Robot-guided Laser Osteotome“, kurz CARLO, heißt der OP-Roboter der Paracelsus Klinik München. Seit Juni 2021 befindet er sich im Einsatz. „Wir haben bisher mehr als 50 Operationen am Oberkiefer mit dem System durchgeführt“, bilanziert Prof. Dr. Dr. Philipp Jürgens, leitender Arzt und Mitentwickler des Systems. Laut ihm sei die Arbeit des Roboters „so präzise und fein wie kein Operateur“. Gewebestrukturen und die Durchblutung des Knochens sollen so bei der Operation erhalten bleiben.

Schnellere Heilung für Operierte

Die sogenannte Photoablation, eine schichtweise Abtragung der Knochen per Lasertechnik, soll für kürzere Eingriffszeiten, verbesserte Knochenheilung und schnellere Genesungszeiten bei Patientinnen und Patienten sorgen. Dabei haben die Ärztinnen und Ärzte „jederzeit die Kontrolle über den Operationsvorgang“, erklärt Jürgens. Sensoren sorgen dafür, dass die Behandlung bei der zu behandelnden Person sofort gestoppt werde, sollte diese sich bewegen.

Jahrzehntelange Entwicklung

Das Schweizer Medtech-Unternehmen Advanced Osteotomy Tools (AOT) startete zusammen mit Jürgens in den 1990er-Jahren mit der Grundlagenforschung. 2019 feierte das System bei einer Operation am Universitätsspital in Basel seine Premiere. Um oft auftretende Überhitzungen bei Lasertherapien zu vermeiden, setzte die Forschungsgruppe auf „kalte Laser“, also weniger Energie mit stärkerem Fokus. Zukünftig soll CARLO auch bei der Neuro-, Wirbelsäulen- und der Extremitäten-Chirurgie eingesetzt werden.