Symposium „Palliative Praxis“ Robert Bosch Stiftung übergibt Ergebnisse aus „Palliativer Praxis“ an Gröhe

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Am 13. Oktober kamen etwa 180 Vertreter aus Gesundheitswesen und Politik zum Symposium „Palliative Praxis – Gesellschaftliche Sorge für alte Menschen“ in Berlin zusammen. Hierbei übergab der Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung eine Publikation mit Handlungsempfehlungen an Hermann Gröhe.

Die Robert Bosch Stiftung engagiert sich seit mehr als zwölf Jahren in der Hospiz- und Palliativarbeit. – © Africa Studio (Fotolia.com)

Seit mehr als zwölf Jahren hat sich die Robert Bosch Stiftung für ein würdevolles Lebensende schwerstkranker alter Menschen engagiert und Impulse für eine bessere palliative Pflege in Deutschland gegeben. Im Rahmen des Symposiums „Palliative Praxis – Gesellschaftliche Sorge für alte Menschen“ im Berliner dbb Forum zogen am 13. Oktober rund 180 Vertreter aus Gesundheitswesen und Politik Bilanz: Effektive Qualifizierungsmaßnahmen für die Alten- und Krankenpflege wurden entwickelt, zahlreiche Best-Practice-Modelle unterstützt, ethische Leitlinien in einer Charta formuliert und ein nationaler Strategieplan gefördert. Jetzt komme es darauf an, die Ergebnisse in die Breite zu tragen, meint Prof. Joachim Rogall , Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung. Er übergab am Tag des Symposiums eine umfassende Publikation mit Handlungsempfehlungen an Gesundheitsminister Hermann Gröhe .

Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung

„Schwerstkranke Menschen sollen die Gewissheit haben, dass sie in ihrer letzten Lebensphase nicht allein sind und in jeder Hinsicht gut versorgt und begleitet werden. Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung werden wir die Versorgung und Begleitung von schwerstkranken Menschen deutlich verbessern. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot an Palliativ- und Hospizleistungen in ganz Deutschland. Wir stärken die Palliativversorgung und die Hospizkultur an den Orten, an denen Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen – sei es zu Hause, in Pflegeheimen oder in Krankenhäusern. Die Robert Bosch Stiftung gibt der Hospiz- und Palliativarbeit mit ihrem großen Engagement eine starke Stimme“, erklärt Gröhe.

Erste Projekte förderte die Stiftung bereits zu Beginn der 1990er mit dem Aufkommen der Hospizbewegung. Ab 2003 baute die Stiftung ihr Engagement noch einmal deutlich aus. Im Fokus standen dabei vor allem ältere Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens häufig an Mehrfacherkrankungen leiden und von Demenz betroffen sind.

Stiftung als Impulsgeber

„Als Stiftung können wir nur Impulsgeber sein, auf Versorgungslücken hinweisen und exemplarische Lösungswege aufzeigen“, betont Rogall. „Damit haben wir in den vergangenen Jahren viel bewegen können: Mehr Sensibilität für die oft schwierigen Fragen in der Begleitung von sterbenden Menschen, mehr fachliches Wissen zu einzelnen Aspekten wie der Schmerzlinderung oder Trauerarbeit, mehr Geschick bei der erfolgreichen und nachhaltigen Umsetzung in der Praxis. Jetzt kommt es darauf an, mit angemessener Gesetzgebung und finanzieller Ausstattung dafür zu sorgen, dass sterbende Menschen würdevoll auf ihrem letzten Lebensweg betreut werden.“

Insgesamt hat die Robert Bosch Stiftung seit 2003 rund vier Millionen Euro für eine bessere palliative Versorgung bereitgestellt. Die Meilensteine der Förderung sind:

  • Weiterbildung Curriculum Palliative Praxis: 2003 haben Experten im Auftrag der Bosch Stiftung das Curriculum Palliative Praxis erarbeitet. Im Rahmen der Weiterbildung können alle, die an der Versorgung alter Menschen beteiligt sind, wichtiges Basiswissen für die Pflege in der letzten Lebensphase erlernen. Mehrere tausend Menschen haben laut Stiftung das Curriculum bisher erfolgreich durchlaufen.
  • Best-Practice-Beispiele der palliativen Betreuung: Seit 2007 hat die Stiftung rund 50 Leuchtturmprojekte unterstützt, die zeigen, wie gute palliative Betreuung alter Menschen funktionieren kann. So wurden beispielsweise in Stuttgart ehrenamtliche Demenzhelfer ausgebildet oder in Dresden Auszubildende und Studenten an die Hospizarbeit herangeführt.
  • Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen: Seit 2008 unterstützt die Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband sowie der Bundesärztekammer die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Darin sind in fünf ethischen Leitlinien die wichtigsten Aufgaben und Ziele formuliert. Bisher wurde die Charta von rund 1100 Organisationen und mehr als 13.000 Einzelpersonen unterzeichnet. Im Rahmen eines Nationalen Strategieplans geht es nun darum, die Ziele der Charta mit Unterstützung der Politik auch in der Praxis umzusetzen.