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Lesetipp Risikofaktor Arbeitsüberlastung

Nicht nur der Internationale Tag der Pflegenden brachte das Thema gerade wieder auf die Agenda, sondern auch der 121. Deutsche Ärztetag warnte zeitgleich: Die Arbeitsüberlastung des Personals sei ein wesentlicher Risikofaktor für Patienten. „Es ist unredlich, Patienten eine hohe Versorgungsqualität zu versprechen und dann ernstzunehmende Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels zu verweigern“, betonten die Abgeordneten in Erfurt. Welche Auswirkungen chronischer beruflicher Stress auf die Arbeitnehmer wie das Umfeld hat und wie man Burn-out verhindert bzw. erkennt, beleuchtet ein neuer Ratgeber.

Angesichts der aktuellen, von zunehmendem Druck dominierten Arbeitswelt erleben viele berufstätige Menschen andauernden Stress, nicht wenige fühlen sich überlastet und "ausgebrannt". Chronischer beruflicher Stress und Erschöpfungszustände beeinträchtigen die Lebensqualität und sind u.a. ein Risikofaktor dafür, psychisch zu erkranken.

Balance ist von zentraler Bedeutung

Chronischer beruflicher Stress weist darauf hin, dass etwas aus der Balance gekommen ist. Nach dem Modell der beruflichen Gratifikationskrise ist die Balance zwischen beruflichem Engagement und den dafür erhaltenen Gratifikationen, z.B. von Gehalt und Wertschätzung, für die körperliche und psychische Gesundheit von zentraler Bedeutung.

Das ist allerdings leichter festgestellt als in der Praxis umsetzbar... Der Ratgeber "Burnout und chronischer beruflicher Stress" informiert über die Zusammenhänge von beruflicher Belastung sowie von Stress- und Burnouterleben, stellt wissenschaftlich fundierte und praktisch bewährte Strategien vor, wie chronischem Stress begegnet werden kann.

Fallbeispiele, Strategien und Anleitungen

So werden die Leser anhand von Fallbeispielen und konkreten Anleitungen darin unterstützt, die eigene Gratifikationsbalance zu überprüfen und zu verändern. Dafür gibt es Strategien, wie mit Arbeitsbedingungen umgegangen werden kann, die zu hohe Verausgabung erfordern oder wie das eigene Engagement so angepasst werden kann, dass die Gesundheit einen höheren Stellenwert bekommt.

Zur Balance tragen ebenso Tipps bei, wie mit ausbleibender Wertschätzung umgegangen werden kann, die Fähigkeit zur gedanklichen Distanzierung nach der Arbeit gestärkt und die Erholungskompetenz verbessert werden kann.

Schmales Buch, breiter Fundus

Mit lediglich 90 Seiten erscheint das Taschenbuch erstaunlich schmal. Umso verblüffender, welch breiten Fundus die Autoren untergebracht haben: Drei übersichtliche Kapitel fassen stringent diverse Stichworte auf den Punkt zusammen, ergänzt durch klare Kästen bzw. Grafiken. Sehr gut auch die fünf Arbeitsblätter am Ende, die als Checklisten für den eigenen gesundheitlichen bzw. psychischen Zustand dienen.

Der Ratgeber eignet sich, so der Verlag, sowohl als persönlicher Einstieg in die Thematik als auch als Ergänzung zu Coaching oder ambulanter Psychotherapie. De facto ist ein sinnvolles Übungsbuch für Jedermann entstanden.

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