Risikomanagement -

TÜV SÜD und MediRisk Bayern Risiken minimieren und Fehler vermeiden

Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme sind für Krankenhäuser seit 2013 (Patientenrechtegesetz) und 2014 (Entscheidung des G-BA) verbindlich vorgeschrieben. Die Umsetzung dieser Anforderungen stellt aber nicht nur kleinere und mittlere Häuser vor Herausforderungen. Auch in großen Kliniken fehlt es oft noch an der Systematisierung des Risikomanagements.

Topic channels: Risikomanagement und Patientensicherheit
Risiken minimieren und Fehler vermeiden

Im Rahmen der Veranstaltung "Risikomanagement im Gesundheitswesen" am 3. November 2016 informierten Experten von TÜV SÜD und MediRisk Bayern über die Minimierung von Risiken, bessere Wirtschaftlichkeit durch effizienten Ressourceneinsatz sowie Fehlervermeidung.

In einem systematischen Risikomanagement im Gesundheitswesen nimmt die Patientensicherheit einen hohen Stellenwert ein. Es ist stets sicherzustellen, dass die medizinische Versorgung im Krankenhaus angemessen, richtig und wirksam ist. Da die Folgen von Fehlern oft nachträglich nicht mehr zu beeinflussen sind, sollten präventive Maßnahmen ergriffen werden, um deren Eintrittswahrscheinlichkeit zu minimieren. Damit Patienten z.B. nicht vertauscht werden, hilft laut den Experten schon ein einfaches Namensbändchen am Handgelenk für eine eindeutige Zuordnung. Bei der Definition wirkungsvoller Maßnahmen für die Vermeidung von Risiken, sollten alle an der Behandlung Beteiligten mit einbezogen werden.

Datenschutz, IT-Sicherheit und Cyberkriminalität

Auch mit den Themen Datenschutz, IT-Sicherheit und Cyberkriminalität haben sich die Experten auf der Veranstaltung auseinandergesetzt. Gemäß Patientenrechtegesetz ist Zweckbindung, Datensparsamkeit und Transparenz im Umgang mit sensiblen Patientendaten zu gewährleisten. Das bedeutet, es dürfen nicht mehr als nötig Daten abgefragt werden. Auch müssen die Kliniken im Behandlungsvertrag und bei Patienteneinwilligungen transparent darstellen, wofür die Daten verwendet werden. Die Experten von TÜV SÜD Sec-IT empfehlen neben regelmäßigen Datenschutzschulungen der Mitarbeiter u.a. auch eine Überprüfung der eingesetzten Systeme.

Beim Risikomanagement- und Fehlermeldesystem muss zudem hinsichtlich haftungsrechtlicher Aspekte unbedingt auf eine durchgängige und korrekte Dokumentation geachtet werden. Einrichtungen müssen im Ernstfall stets nachweisen können, dass sie richtig gehandelt haben und sämtliche Einwilligungen des Patienten und des behandelnden Arztes vorliegen. Hier gilt laut den Experten: Lieber eine Einwilligung zu viel als eine zu wenig einholen. Ein weiterer Aspekt, der in das Risikomanagement integriert werden sollte, ist das Beauftragtenwesen. In größeren Krankenhäusern sind oft bis zu 150 Beauftragte in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt – von Brandschutz über Datenschutz bis hin zu Qualitätsmanagement. Aufgrund der großen Anzahl von Gesetzen und Vorschriften sei es immer schwieriger, den Überblick zu behalten und die Rechtssicherheit zu gewährleisten. Daher empfehlen die Experten, eine interne Analyse des Beauftragtenwesens durchzuführen. Welcher Bedarf besteht? Welche Rollen sind zu vergeben? Daraufhin müssen die jeweiligen Personen geschult werden und ihnen genug Zeit und finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden – nur so können sie ihre Aufgaben erfolgreich ausüben.

„Die rege Beteiligung an der Veranstaltung hat uns gezeigt, dass hier großer Bedarf besteht. Das gilt sowohl für aktuelle, zuverlässige Informationen als auch für einen branchenspezifischen Austausch“, resümiert Jörg Schemat, Geschäftsführer der TÜV SÜD Akademie. „Daher denken wir darüber nach, dieses Format auch im kommenden Jahr wieder anzubieten.“

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Informationen über die TÜV SÜD-Leistungen im Risikomanagement im Gesundheitswesen gibt es hier. Informationen rund ums Thema IT-Sicherheit und Datenschutz finden Sie hier.

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