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Rheinland-Pfalz: 75,87 Prozent der beruflich Pflegenden entscheiden sich für Pflegekammer

Die Pflegenden in Rheinland-Pfalz haben sich für eine Pflegekammer entschieden. Wie das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz mitteilte, stimmten 75,87 Prozent der 7.061 Pflegenden, die sich an der Abstimmung beteiligten, für die Einrichtung (5.357 Ja-Stimmen). 24,13 Prozent lehnten diese ab (1.704 Nein-Stimmen).

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Rheinland-Pfalz: 75,87 Prozent der beruflich Pflegenden entscheiden sich für Pflegekammer

"Die Landesregierung sieht dies als wichtigen Schritt zur Einrichtung einer Pflegekammer", sagte Minister Alexander Schweitzer (SPD) bei der Präsentation der Ergebnisse. Noch nie seien in Deutschland so viele Menschen in der Pflege mit einer Kampagne erreicht worden. "Mit der Aufnahme der Pflegekammer als gleichberechtigte Berufskammer in das Heilberufsgesetz stellen wir die Pflege mit anderen Berufen des Gesundheitswesens gleich und bringen die Wertschätzung, die sie in Rheinland-Pfalz genießt, zum Ausdruck", so Schweitzer weiter. Potenziell alle, persönlich mindestens 15.000 Beschäftigte, seien durch die Informationsmaßnahmen angesprochen worden. Für die Befragung hätten sich 9.324 Personen registrieren lassen, das seien rund 20 Prozent aller in Rheinland-Pfalz tätigen Pflegekräfte. Schweitzer kündigte für den Sommer 2013 eine Gründungskonferenz an. Im Sommer 2014 sei ein Gründungsausschuss und im darauf folgenden Jahr die Errichtung einer Pflegekammer geplant.

Der Deutsche Pflegeverband e.V. (DPV) begrüßte das Ergebnis der Abstimmung und der aufgezeigten weiteren Schritte des Ministers. "Hiermit wird einer mehr als 20-jährigen Forderung des DPV und seiner Mitglieder zur Errichtung einer Pflegekammer im Sinne der Selbstverwaltung als gleichberechtigte Berufskammer im Rahmen des Heilberufegesetzes für Reinland-Pfalz entsprochen," sagte Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes. Kritik kam hingegen vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa): "Wenn sich von etwa 40.000 Pflegenden in Rheinland-Pfalz nur gut 5.000 für eine Pflegekammer aussprechen, dann sollte die Landesregierung anerkennen, dass die Pflegenden die Verkammerung für unwichtig halten und ablehnen", erklärte Manfred Hoffmann, stellvertretender bpa-Landesvorsitzender. Die Pflegenden hätten ganz andere Probleme, die mit einer Kammer nicht gelöst werden. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege wünschen sich verbesserte Personalschlüssel, weniger Bürokratie und eine höhere Anerkennung für ihren Beruf, auch durch bessere Bezahlung. Die Kammer wird für all diese Bereiche aber nicht zuständig sein und ist deshalb unsinnig."

Zur PowerPoint-Präsentation aus der Pressekonferenz: http://msagd.rlp.de/fileadmin/masgff/Bilder_Pressemeldungen/Pflege/PK_Pflegekammer_2013_03_28.pdf

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