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Interview mit Dr. Peter Spork Revolution der Epigenetik

Die Entschlüsselung des genetischen Codes des Menschen gilt als eine der bahnbrechendsten Möglichkeiten für die individualisierte Medizin, ob bei der Prävention oder der Behandlung von Krankheiten. Jetzt gewinnt auch die Epigenetik an Bedeutung: Wir sind keine Marionetten unserer Gene, sondern können ihre Regulation beeinflussen.

Topic channels: Personalisierte Medizin und Prävention

Der Zauberstoff heißt Desoxyribonukleinsäure (DNS, engl. DNA). Als Bestandteil jeder Zelle eines Lebewesens ist dieses Biomolekül Träger der Erbinformation, also der Gene. Mit der Bestimmung der genauen DNA-Struktur – in Form einer Doppelhelix, bestehend aus langen Kettenmolekülen mit Nukleotiden – gelang den Wissenschaftlern James Watson und Francis Crick 1953 der Durchbruch zur Entschlüsselung. Für ihr sogenanntes Watson-Crick-Modell bzw. „ihre Entdeckungen über die Molekularstruktur der Nukleinsäuren und ihre Bedeutung für die Informationsübertragung in lebender Substanz“ erhielten sie 1962 den Nobelpreis für Medizin. Seither gibt es kaum mehr ein Fachgebiet der Medizin, das sich genetische Informationen nicht zunutze machte.

Inzwischen aber gewinnt ein Rand­aspekt immer mehr an Bedeutung: Die Tatsache, dass wir unsere Gene nicht nur als feststehende Größe etwa zu Gesundheit oder vererbten Krankheiten akzeptieren müssen, sondern darauf Einfluss haben. Der junge Zweig der Epigenetik erforscht das Phänomen, dass Zellen unseres Körpers sich auch „erinnern“ und Gene dauerhaft an- oder abschalten können. Das fängt bei seelischen Belastungen oder Ernährungsgewohnheiten unserer (Groß-)Eltern an und geht bis hin zu aktuellen Umwelteinflüssen oder den Folgen des eigenen Lebensstils. HCM sprach mit dem Biologen und Publizisten Dr. Peter Spork über sein neues Buch „Gesundheit ist kein Zufall“, das beschreibt, „wie das Leben unsere Gene prägt“.

HCM: Herr Dr. Spork, revolutioniert die Epigenetik jetzt die Genetik?

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