Politik -

Regionale Versorgung: Bürgermeister sind "Treiber vor Ort"

Mangelnde Bereitschaft zu Kooperationen in der Versorgung, gerade wenn sie über die eigene Berufsgruppe hinausgehen, moniert die SPD-Politikerin Carola Reimann bei einem Diskussionsforum von MSD und der Hochschule Fresenius. Die größten Chancen für ein Umdenken sieht sie auf der Regionalebene: Landräte und Bürgermeister als "Treiber vor Ort".

Sie könne sich nicht vorstellen, einen Masterplan zu entwickeln, der für alle passe, so die Vorsitzende des Bundestagsgesundheitsausschusses. Gerade in manchen Landkreisen würden Probleme in der Versorgung diejenigen an einen Tisch zwingen, die sonst nicht miteinander geredet hätten. Eine besondere Rolle würde dabei Bürgermeistern und Landräten zukommen, die sicherlich nicht die Fachleute sein, aber regionale Kooperationen mit den Beteiligten vorantreiben könnten. Nur so lassen sich die Dinge regeln, auf etwas anderes zu hoffen, wäre "lebensfremd", findet Reimann.

Für viele Lösungen sei gesetzgeberisch der Weg geebnet worden, so die SPD-Politikerin weiter. Man müsse sehen, was diesbezüglich in den Regionen passiere. Gute Ansätze gebe es in Niedersachsen; dort wird die Kassenärztliche Vereinigung in enger Kooperation mit der Samtgemeinde Sögel im Emsland erstmals selbst eine Arztpraxis betreiben. Nach Paragraph 87 b GKV-Versorgungsstrukturgesetz sei es darüber hinaus auch möglich, Ärztenetze zu fördern, so Reimann. An das Indikatorenset, das Kriterien für förderungswürdige Ärztenetze vorgeben soll und bis zum Jahresende von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) laut Gesetz vorgelegt werden müsse, erinnert in diesem Zusammenhang Prof. Clarissa Kurscheid von der Hochschule Fresenius. Da tue sich bislang nichts. Von der KBV ist dazu auf Nachfrage zu erfahren: "Die Rahmenvorgaben befinden sich in der Abstimmung zwischen KBV und GKV-Spitzenverband, sie sind noch nicht in allen Details konsentiert". Man gehe aber davon aus, dass dies bis zum Jahresanfang passiert sei.

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