Pflege -

Gesundheitskongress des Westens am 10. und 11. März 2020 in Köln Regionale Pflegekompetenzzentren als Zukunftsmodell?

Zehn Case-Managerinnen gingen in Niedersachsen mit einem neuen Versorgungsmodell für Pflegebedürftige in den Testbetrieb. Das erste „regionale Pflegekompetenzzentrum“ Deutschlands arbeitet seit Monatsbeginn im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Es weckt Hoffnungen als Zukunftsmodell für die Pflege und gegen Klinikschließungen und wird Thema beim Gesundheitskongress 2020 in Köln sein.

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Es ist zunächst v.a. ein Netzwerk, denn die speziell dafür geschulten Case-Managerinnen kümmern sich um Pflegebedürftige und koordinieren deren kontinuierliche Versorgung mittels einer digitalen Plattform, in der sich Leistungserbringer aus der Pflege vernetzt haben. Sie beraten Betroffene, organisieren Pflegeleistungen nach einer Krankenhausentlassung, veranlassen die Einstufung in Pflegegrade oder stellen professionellen Ersatz bei Ausfall pflegender Familienangehöriger. Vor allem helfen sie oft dort, wo Pflegebedürftige – wegen eines Wechsels von einem Sektor des Gesundheitswesens in einen anderen – plötzlich allein dastehen.

Der Versorgungsbedarf verlagert sich

Das Modell weckt hohe Erwartungen aber v.a. auch deshalb, weil es problematischen demografischen Trends entgegenwirkt: Seit langem schon verlagert sich der Bedarf im Gesundheitswesen vom einst dominanten Akutbereich auf die Versorgung von chronisch und multimorbid Erkrankten, besonders mit wachsendem geriatrischem Anforderungen. Wer jung ist kommt wegen, v.a. minimalinvasiver Eingriffe, immer schneller aus dem Krankenhaus, während steigende Lebenserwartung immer mehr Ältere hineinbringt. Etwa die Hälfte der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern ist heute älter als 60 Jahre, über zwölf Prozent von ihnen sind von einer Demenzerkrankung betroffen. Zugleich ziehen junge Menschen vom Land in die Stadt. Viele Krankenhäuser in ländlichen Regionen haben deshalb zunehmend Auslastungsprobleme. Wo es dann zu Krankenhausschließungen kommt, verschlechtert sich vor allem die Versorgungssituation älterer, multimorbider und pflegebedürftiger Menschen.

Kompetenzzentren statt unrentable Krankenhäuser

Das Konzept sieht daher auch vor, unrentable Krankenhäuser im ländlichen Raum in Pflegekompetenzzentren für ambulante und stationäre Versorgung Pflegebedürftiger umzuwandeln. Auch Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Therapeuten oder Selbsthilfegruppen sollen dort ihre Dienste anbieten können. Pflegekompetenzzentren könnten daher auch helfen, den notwendigen Strukturwandel im Krankenhaussektor zu unterstützen.
Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss fördert das Projekt in Niedersachsen auf vier Jahre mit dem höchstmöglichen Betrag von insgesamt zehn Millionen Euro.

Thema auf dem Gesundheitskongress

Auf dem Gesundheitskongress des Westens diskutieren das Thema:

  • Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK Gesundheit,
  • Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW, und
  • Thomas Nerlinger, Leiter des Pflegekompetenzzentrums Nordhorn.
Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch im kommenden Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – v.a. Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die vierzehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet am 10. und 11. März 2020 wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt. Weit über 100 Referenten werden auftreten. Frühbucher erhalten zudem ein ermäßigtes Ticket.

Weitere Informationen zum „Gesundheitskongress des Westens“ sind über die Internetseite der Veranstaltung abrufbar.

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