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IT-Sicherheit Regelmäßige Software-Updates halten Router sicher und fit

Es gibt gute Gründe, in Krankenhäusern, Privatkliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen zusätzlich zur von der KBV verlangten „Telematik-Infrastruktur“ noch eine zweite, für andere Internet-Anwendungen reservierte Leitung zu nutzen. Doch alle verwendeten Router müssen mit Software-Updates regelmäßig aktuell gehalten werden – sinnvoll ist dies sowohl für die Sicherheit als auch zur Steigerung von Leistung und Komfort.

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Die KBV setzt die von ihr propagierte Telematikinfrastruktur (TI) mit Nachdruck um: Bis zum 31. Dezember 2018 sollen alle medizinischen Einrichtungen daran angeschlossen sein und über dieses speziell gesicherte Netzwerk mindestens das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen. Die Rolle eines Routers (also der Internet-Anschlussbox) übernimmt dabei der von bislang zwei Herstellern – T-Systems und der CGM-Tochter Koko – angebotene Konnektor. Dieses Gerät baut die Onlineverbindung auf und kann mit einigen Einschränkungen neben den Abrechnungsdaten auch eine normale Internetverbindung zur Verfügung stellen, beispielsweise für den Abruf von E-Mails und Webseiten. Soll aber z.B. im Wartezimmer auch ein Patienten-WLAN angeboten werden, stößt der TI-Konnektor an Grenzen.

Wer auf Nummer Sicher gehen, und die TI komplett von der weniger abgesicherten Internet-Nutzung durch Patienten, aber auch die Ärzte und ihre Mitarbeiter abtrennen will, kann sich deshalb dafür entscheiden, für diese Anwendungen eine zweite Internetleitung zu buchen. Geeignete Anschlüsse gibt es von Anbietern wie Telekom, Telefónica, Vodafone, 1&1 und anderen ab etwa 25 Euro pro Monat. Ein Router ist im Paket üblicherweise enthalten und wird dem Kunden für die Nutzungsdauer des Anschlusses zur Verfügung gestellt. Oder aber ein bereits gekaufter Router ist noch von der Zeit vor der Einrichtung des TI-Konnektors vorhanden und lässt sich dann am Zusatzanschluss einsetzen. Allerdings sollte auch ein solcher Zweitrouter nach der einmaligen Einrichtung nicht in Vergessen geraten. Schon aus Sicherheitsgründen ist es wichtig, ihn mit regelmäßigen Softwareupdates aktuell zu halten.

Mehr Sicherheit und höhere Stabilität – warum sich die Updates lohnen

Denn auch nach dem Geräteverkauf aktive Hersteller wie AVM, TP-Link oder Netgear beheben von ihnen entdeckte Schwachstellen und Sicherheitslücken regelmäßig mit solchen Updates. Oft geht es dabei um kritische Aspekte wie etwa die Behebung von Schwächen in der WLAN-Verschlüsselung oder um das Abdichten von ungewünschten Zugangsmöglichkeiten zur Router-Konfiguration.

Falls ein Dienstleister sich um die Einrichtung und Wartung der IT-Geräte in der Einrichtung oder der Klinik kümmert, empfiehlt es sich, mit ihm zu vereinbaren, dass auch die Routersoftware regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht wird. Auch wenn dies möglicherweise eine Erweiterung des Dienstleistungsvertrags erfordert, lohnen sich eventuelle Mehrkosten auf jeden Fall. Erledigt ein Mitarbeiter die alltäglichen IT-Aufgaben wie Backups und Updates, sollte er den Softwarestand des Routers unbedingt auf seine Aufgabenliste mit aufnehmen.

Zu den Sicherheitsfragen kommt noch hinzu, dass Updates oft auch neue oder verbesserte Funktionen mit sich bringen. Ein aktuelles Beispiel ist der Berliner Hersteller AVM, mit einem Marktanteil von über 50 Prozent klarer Marktführer in Deutschland. Die Firma hat für ihre „Fritzboxen“ vor kurzem unter dem Namen „Fritz OS 7“ ein großes Update veröffentlicht. Die damit realisierten Verbesserungen sind auch für viele Kunden interessant, die ihren Router direkt vom Netzbetreiber geliefert bekommen haben. Denn unter anderem Vodafone und 1&1 sowie viele Anbieter von Kabel-Anschlüssen liefern ihren Festnetzkunden ebenfalls bevorzugt Fritzboxen. Manchmal erkennt man dies erst auf den zweiten Blick, etwa wenn die Geräte andere Farben und andere Typenbezeichnungen wie „Homeserver“ haben.

Technische Detail-Verbesserungen bringen mehr WLAN-Leistung

Das vom Berliner Hersteller AVM bereitgestellte Update bringt eine Reihe von Sicherheitsverbesserungen wie eine robustere Verschlüsselung von WLAN-Verbindungen. Auch die Übertragungsleistungen im Funknetz wurden verbessert: Die neue Software unterstützt erweiterte Funktionen beim sogenannten Band Steering (der Zuweisung von Frequenzbereichen), sodass moderne WLAN-Geräte wie Tablets oder Smartphones auch bei bestehender Verbindung schneller auf eine optimale Funkfrequenz wechseln können. Setzt das Krankenhaus oder die Altenpflegeeinrichtung auch WLAN-Repeater von diesem Hersteller ein, verbessert die neue Software auch deren Leistungen. Nutzen Ärzte und Mitarbeiter die sogenannte NAS-Funktion (den Zugriff auf einen zentralen Netzwerk-Speicher, Fachbegriff: Network Attached Storeage), profitieren sie auf hier von schnelleren Zugriffen. Und wer den Patienten im Wartezimmer ein Gast-WLAN bereitstellt, kann mit der neuen Router-Software dafür mehr Einstellungen vornehmen.

Verbesserungen, wie sie hier beispielhaft für das jüngste Firmware-Update von AVM beschrieben wurden, gibt es auch bei andere Router-Herstellern. Deshalb empfiehlt es sich dringen, solche Aktualisierungen regelmäßig vorzunehmen. In manchen Routern lässt sich einstellen, dass die Updates nach Verfügbarkeit automatisch installiert werden. Alternativ kann man bei vielen Herstellern eine Benachrichtigung per E-Mail aktivieren, sobald neue Softwareversionen erschienen sind. Wer vor der Installation zunächst wissen möchte, welche Änderungen die neue Softwareversion bringt, findet solche Information in den sogenannten „Release Notes“ – Beschreibungen zu Inhalt und Umfang der Aktualisierung.

Der vergleichsweise geringe Zusatzaufwand, sich von Zeit zu Zeit mit der Frage nach Softwareupdates zu beschäftigen, wird in der Regel belohnt: durch mehr Sicherheit, verbesserte Leistungen und manchmal sogar durch ganz neu hinzugekommene Funktionen.

Kontakt zum Autor: Hannes Rügheimer, Freier IT-Fachjournalist mit Schwerpunkt mobile Rechnersysteme, Netzwerke und IT-Sicherheit, hruegheimer@content-company.net

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