Food-EPI Reformbedarf in der deutschen Ernährungspolitik

Die Bedingungen für eine ausgewogene Ernährung in Deutschland müssen verbessert werden. Das zeigt der veröffentlichte Food Environment Policy Index (Food-EPI). Er kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Ernährungspolitik dringend einer Reform bedarf und benennt die Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung als aussichtsreiche Reformmaßnahme.

Der Food-EPI sieht einen Reformbedarf in der Gesundheitspolitik, um bessere Ernährung z.B. in Kliniken zu gewährleisten. – © mizina (stock.adobe.com)

„Der Food-EPI zeigt einmal mehr, wie wichtig eine ausgewogene Verpflegung nach den DGE-Qualitätsstandards für alle ist. Werden sie flächendeckend angewandt, nähert sich Deutschland dem Ziel, eine ausgewogene Verpflegung im Alltag für alle verfügbar, zugänglich, attraktiv und erschwinglich zu machen. Verpflegungsqualität nach unseren DGE-Qualitätsstandards bezieht Nachhaltigkeitsaspekte in jeden Prozessschritt ein, denn Ernährung ist weltweit mit 25 bis 30 Prozent an den Klimagasemissionen beteiligt“, sagt Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) anlässlich der Veröffentlichung des Food-EPI-Berichts.

DGE-Qualitätsstandards für Gemeinschaftsverpflegung umsetzen

Die Reformoptionen bewerteten die Expertinnen und Experten danach, ob sie zur Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung beitragen, inwiefern sie Menschen erreichen bzw. praktisch umsetzbar sind und inwieweit die Maßnahmen soziale Ungleichheiten im Ernährungsstatus abbauen könnten. Das Ziel ist, gesundheitsförderndes Essen in öffentlichen Einrichtungen anzubieten, z.B. in Kliniken und Seniorenheimen.

Die DGE hat dafür ihre Qualitätsstandards für die Verpflegung in Betrieben, in Kliniken sowie die Verpflegung mit „Essen auf Rädern“ und in Senioreneinrichtungen entwickelt. Sie beschreiben anhand von Kriterien, wie eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung gestaltet werden kann. Betroffen sind mehr als 17 Millionen Menschen, die in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung täglich essen.

Maßnahmen können Erkrankungen verhindern

Diese beiden Maßnahmen könnten u.a. die wichtigsten ernährungsmitbedingten Erkrankungen – Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 – zurückdrängen sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen mindern, schreibt das Wissenschaftsteam des Food-EPI im Ergebnisbericht.