Pflegestärkungsgesetz -

Fachgesellschaft Profession Pflege e.V. RECOM-Jahrestagung unter dem Motto „Pflege und Vergütung“

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) und die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) sollten Abhilfe gegen den Pflegenotstand bringen. Eine Entschärfung der Situation scheint nicht in Sicht. Die RECOM-Jahrestagung am 4. und 5. Dezember in Kassel bietet die Möglichkeit, mit den Verantwortlichen über die Ausgestaltung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes zu diskutieren.

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Die angespannte Arbeitssituation der Pflegenden im Krankenhaus sowie Risiken der Patienten, durch pflegerische Unterversorgung unerwünschte Ereignisse zu erleiden, verschärft sich vielerorts weiter. Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) und die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) sollten eigentlich zur Stärkung der Pflege dienen. Jedoch zeichnet sich in einigen Kliniken bereits ab, dass die in den gesetzlichen Vorgaben und damit veränderte Finanzierung der Pflegepersonalstellen deutliche Fehlanreize setzt und genau Gegenteiliges bewirkt. So wird z.B. an einigen Kliniken kein Pflegepersonal mehr aufgebaut, Servicekräfte werden abgebaut oder offene Stellen nicht nachbesetzt. Gleichzeitig sollen Pflegekräfte mehr Aufgaben im ärztlichen Bereich oder im Tr ansportdienst usw. übernehmen. Die Liste ließe sich so fortsetzen. Oft bleibt keine Zeit, eine adäquate pflegerische Versorgung orientiert am pflegediagnostischen Prozess und Konzepten der aktivierenden Pflege durchzuführen. Nicht selten gehen Pflegekräfte mit dem Gefühl nach Hause, heute nicht in ausreichendem Maße den Pflegebedarf des Patienten erfüllt zu haben. Mit Unterstützung der Fachgesellschaft und Berufsverbände sollen Wirkmechanismen aufgezeigt werden, die dazu führen, dass in einigen Kliniken die beschriebenen Veränderungsbeispiele stattfinden.

Was soll erreicht werden?

  • Die Arbeitsbelastung der Pflegepersonen am Bett soll sich auf ein adäquates Maß reduzieren und dem sich verändernden Patientenklientel angepasst werden.
  • Mitarbeiter der Pflege erhalten mehr Zeit für die Umsetzung des pflegediagnostischen Prozesse s und die Erfüllung des festgestellten Pflegebedarfes, um die Patientensicherheit und die Pflegequalität zu erhöhen.
  • Die Pflege entwickelt sich als eigenständige Profession im Krankenhaus und erhält erforderliche Handlungsspielräume, um Versorgungskonzepte, Patientenedukation, Expertenstandards etc. weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Wie könnte Pflege tatsächlich gestärkt werden?

Den aufgezeigten potenziellen Auswirkungen lässt sich nur damit entgegenwirken, wenn unter anderem die Pflege mit leistungsbezogener Erlösrelevanz im DRG-System und/oder im Katalog zur Risikoadjustierung  des Pflegeaufwandes verortet bleibt und darauf basierend ein Pflegeerlössystem entwickelt wird. Gute pflegerische Arbeit und/oder hochaufwendige Pflege mit aktivierend-therapeutischen Pflegekonzepten sollte auch entsprechend honoriert und in ein „echtes Pflegebudget“ überführt werden.

Was können Pflegekräfte tun?

Die Fachgesellschaft Pro-Pflege rät, sich über die Fehlanreize zu informieren und mit den Berufsverbände n zu diskutieren, was wirklich zielführende Strategien zur Vermeidung sein können. Das Pflegepersonal sollte sich außerdem  für eine evidenzbasierte Pflege einsetzen, dazu gehört auch eine angemessene Pflegeanamnese und Zustandserhebung, Feststellung des pflegerischen Problems ( Pflegediagnose) und die Planung sowie Durchführung von evidenzbasierten Handlungskonzepten der Pflege. Denn Pflege ist weit mehr als eine „Satt und sauber“-Versorgung!

Mehr zu diesen und weiteren Aktivitäten erfahren Sie auf der Internetseite von Pro-Pflege. 

Diskutieren Sie mit den Verantwortlichen für die Ausgestaltung des PpSG auf der RECOM-Jahrestagung am 4. und 5. Dezember in Kassel. 

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