Rationierung in der Onkologie

Eine Umfrage der Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. (DGHO) zeigt: Mittelknappheit und Rationierung sind im ärztlichen Alltag angekommen.

Themenseite: Rationierung & Priorisierung
Rationierung in der Onkologie

An der Befragung haben sich 345 Ärzte beteiligt. 68 Prozent von ihnen verzichten trotz des therapeutischen Nutzens auf eine medizinische Maßnahme, weil noch keine Zulassung in Europa für die Indikation vorliegt. 59 Prozent der Befragten meinen, aus Kostengründen auf Therapiemaßnahmen zu verzichten, weil der Zusatznutzen im Vergleich zur Kostendifferenz zu gering ist. Zudem geben 19 Prozent an, auf eine Maßnahme aus Kostengründen zu verzichten, obwohl sie nach Studienlage einen erheblichen Zusatznutzen gehabt hat und auch zugelassen ist.

"Auch wenn es sich bei den Daten um subjektive Einschätzungen der befragten Ärzte handelt, zeigen die ersten Ergebnisse der Umfrage doch, dass Rationierung im ärztlichen Alltag angekommen ist", hebt Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO, hervor. Sein Kollege Krause ergänzt: "Eine offene Debatte zur Priorisierung ist auch in der Onkologie überfällig." Eine Tabuisierung des Themas helfe nicht weiter.

Die auf einer Pressekonferenz vorgestellten Daten sind eine erste Zwischenauswertung der Umfrage, die vollständige Bilanz wird die Fachgesellschaft voraussichtlich im Herbst vorstellen.

Weitere Informationen unter: www.dgho.de

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