AQUA-Institut Qualitätssicherung für Mitralklappeneingriffe entwickelt

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Leitlinien und Qualitätsmanagement

Das AQUA-Institut hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses Qualitätsindikatoren für Eingriffe an der Mitralklappe entwickelt. Im Fokus stehen dabei erwachsene Patienten mit erworbenen Mitralklappenerkrankungen – unabhängig davon, ob die Eingriffe offen-chirurgisch, minimal-invasiv oder kathetergestützt durchgeführt werden.

Das AQUA-Institut hat neue Qualitätsindikatoren für Eingriffe an der Mitralklappe entwickelt. Diese liegen jetzt dem G-BA vor. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse zur Entwicklung sind auf der AQUA-Website einsehbar. – © Martha Kosthorst (Fotolia.com)

Das AQUA-Institut schlägt in seinem Abschlussbericht 14 Qualitätsindikatoren für Mitralklappeneingriffe vor. Sechs von ihnen beziehen sich auf den stationären Aufenthalt, für die die Qualitätsdokumentation im Krankenhaus erfolgt. Die weiteren acht sind Follow-up-Indikatoren, die über den stationären Aufenthalt hinausgehen. Die erforderlichen Informationen für diese Indikatoren werden über die Sozialdaten bei den Krankenkassen erfasst. Je nach Eingriffsart, das heißt operativ oder kathetergestützt und ob der Eingriff isoliert oder kombiniert erfolgt, werden zur besseren Vergleichbarkeit jeweils eigene Auswertungen vorgeschlagen. Insgesamt zielen die vorgestellten Indikatoren im Wesentlichen auf Fragen nach der Sterblichkeit und eingriffsbezogenen Komplikationen ab. Ein Indikator geht auf die leitlinienkonforme Indikationsstellung ein.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das AQUA-Institut mit der Entwicklung solcher Indikatoren zur Qualitätssicherung beauftragt.

Hintergrundwissen:

Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2014 rund 22.900 Mitralklappeneingriffe vorgenommen, wovon gut 16.300 aufgrund einer Mitralklappeninsuffizienz erfolgten. Bis zum Jahr 2003 bestand für derartige Eingriffe eine Dokumentationspflicht im Rahmen der gesetzlichen Qualitätssicherung. Die Aussetzung der Pflicht wurde v.a. damit begründet, dass eine flächendeckend stabile Versorgungssituation bestehe. Durch die neuen operativen und kathetergestützten Behandlungsverfahren habe sich diese Situation in den letzten Jahren allerdings verändert, so seien ein Anstieg der Leistungszahlen und eine zunehmende Methodenvielfalt bei den kathetergestützten Eingriffen zu beobachten, so das AQUA-Institut.

Patienten bei der Bewertung mit einbeziehen

Die Wissenschaftler empfehlen, neben der Dokumentation im Krankenhaus und der Nutzung von Sozialdaten auch Patientenbefragungen durchzuführen. Die Interviews sollten abbilden, ob die Patienten bei der Entscheidungsfindung zur Behandlung (Shared-decision-making) hinreichend einbezogen wurden, wie sie das Ergebnis der Therapie und ihre Lebensqualität einschätzen.

Über die weitere Umsetzung des Qualitätssicherungsverfahrens entscheidet der G-BA. Der Abschlussbericht des AQUA-Instituts kann im Internet unter www.aqua-institut.de heruntergeladen werden.