Qualitätsmanagement -

Qualitätssicherung bei Herzkatheter-Eingriffen geht im Regelbetrieb

Bei Eingriffen mit einem Herzkatheter soll es bald valide Daten über die Qualität geben – und zwar unabhängig vom Ort des Eingriffs. Dabei soll ein neues Qualitätssicherungsverfahren helfen. Den Dokumentationsaufwand will der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) möglichst gering gestalten.

Bei bestimmten Eingriffen mit einem Herzkatheter, wie der Koronarangiographie und der perkutanen Koronarintervention (PCI), soll vom 1. Januar 2016 an die medizinische Behandlungsqualität sowohl ambulant als auch stationär gesichert werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.

"Anlass für das neue, sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren waren Hinweise auf sektoral und regional unterschiedliche Qualitätsverbesserungspotenziale", sagt Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung. Mit dem Verfahren sollten nun – unabhängig vom Ort des Eingriffs – valide und vergleichbare Aussagen zur Qualität der Indikationsstellung, zur Durchführung des Eingriffs und zur Langzeit-Ergebnisqualität erhoben werden.

Zunächst werdem die Sozialdaten der Krankenkassen ausgewertet

Bei einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) werden Datensätze eines Patienten aus unterschiedlichen Behandlungsorten, -sektoren und -zeiten pseudonymisiert zusammengeführt. Um den Dokumentationsaufwand so gering wie möglich zu halten, nutzt der G-BA bei dem QS-Verfahren PCI und Koronarangiographie neben der Datenerhebung durch die Kliniken und Vertragsärzte auch die Sozialdaten bei den Krankenkassen. Diese sollen es ermöglichen, Komplikationen und unerwünschte Ereignisse über den Zeitpunkt des Eingriffs hinaus zu erfassen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist die Durchführung von Patientenbefragungen vorgesehen.

Die häufigste Todesursache im Erwachsenenalter

In Deutschland zählen die chronische koronare Herzkrankheit (KHK) und der akute Myokardinfarkt zu den häufigsten Todesursachen im Erwachsenenalter. Zur Behandlung werden Herzkatheter zur diagnostischen Koronarangiographie oder zur therapeutischen PCI eingesetzt. Die PCI erlaubt die Wiedereröffnung/Weitung eines Herzkranzgefäßes mittels eines Ballonkatheters und/oder den Einsatz einer Gefäßstütze. Pro Jahr werden über 800.000 Koronarangiographien und PCI in mindestens 844 Linksherzkatheterlaboren durchgeführt. Die Eingriffe werden sowohl ambulant als auch stationär erbracht.

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