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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) Qualitätskriterien für Dienstleister

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), aber auch mitunter Großkonzerne, stehen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) vor der Herausforderung, die Qualität eines BGM-Anbieters einzuschätzen. Der vorliegende Beitrag gibt hier eine einfache Hilfestellung.

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Es gibt Unternehmen, die von „verbrannter Erde“ sprechen, wenn man sie auf die bisherigen Erfahrungen mit Anbietern von BGM anspricht. Es gibt in der Branche viele gute Anbieter, aber auch viele „schwarze Schafe“ – gerade im Bereich digitaler Tools. Wenn Dienstleister von Teilnahmequoten jenseits der 80 Prozent sprechen oder von positiven Effekten von Maßnahmen auf Krankenstände unter einem Jahr, sollte man genauer hingesehen. Das Qualitätskriterien-Steuerrad besteht aus zehn Kernvariablen, die bei der Bewertung helfen:

  • DIN-Zertifizierung: Im BGM gibt es keine allgemeingültige Zertifizierung, jedoch stellen z.B. die „DIN EN ISO 9001 Zertifizierung“ oder die „DIN SPEC 91020 Betriebliches Gesundheitsmanagement“ einen Qualitätsrahmen dar.
  • Zertifizierung nach § 20 SGB V: Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen bestimmt die Anforderungen und ein einheitliches Verfahren für die Zertifizierung von Leistungsangeboten durch die Krankenkassen, um v.a. die einheitliche Qualität sicherzustellen.
  • Formale Qualifikation als Trainer: Das Unternehmen sollte darauf achten, ob der angebotene Dienstleister eine Aus- oder Fort­bildung als Trainer hat.
  • Kreditreformauszug: Ein Kreditreformauszug gibt Aufschluss über die finanzielle Situation des Dienstleisters, Liquidität etc.
  • Datenschutzbeauftragter: Prüfen Sie, ob ein interner oder externer Datenschützer vorhanden ist.
  • (Fremd-)Evaluation von Projekten: Wurde der Dienstleister von anderen fremd evaluiert, ist dies ein wichtiges Qualitätsindiz.
  • Publikationen: Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, ggf. mit Instituten/Hochschulen, können ein Testat für Qualität sein.
  • Nachprüfbare Referenzen: Fragen Sie hier Personalarbeiter und Führungskräfte sowie Mitarbeiter, die das Angebot genutzt haben.
  • Kooperationspartner: Kooperiert der Dienstleister mit namhaften Personen oder Organisationen?
  • Mitgliedschaft in Vereinigungen: Solche Mitgliedschaften wie beim Bundesverband für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) oder der Gesellschaft für Prävention ermöglichen, sich über den Dienstleister zu informieren.

Des Weiteren ist in Ergänzung zum Qualitätskriterien-Steuerrad skizziert, welche Aspekte für ein gutes digitales und webbasiertes BGM stehen:

  • Berücksichtigung des Datenschutzes,
  • Schnittstellen zu anderen Geräten,
  • Individualisierbarkeit,
  • Mehrsprachigkeit,
  • Einbezug von bestehenden/realen Kontakten,
  • hohe Convenience,
  • Validität,
  • Aktualität und Integrierbarkeit in Prozesse.

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