Mental Health Month Psychische Gesundheit ist kein Tabu-Thema

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Im Zuge der Pandemie haben sich die psychischen Belastungen für viele noch verschärft. In einem Interview erklärt die Leiterin der Unternehmenskommunikation der Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo), wie man mithilfe einer neuen Broschüre die Hilfesuchenden besser erreichen kann.

Die Broschüre aufgeklappt.
Die neue Broschüre der kbo enthält die Geschichten von zehn Menschen in Krisensituationen. – © Dietrich Identity GmbH

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (dgppn) sind derzeit 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das sind fast 18 Millionen Menschen. Die Corona-Pandemie hat zusätzliche Sorgen und Belastungen geschaffen. Möglicher Jobverlust, soziale Isolation oder das Zusammenleben auf engstem Raum können mental auslaugen.

Interview: bessere Kommunikation in der Psychologie

Die Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo) bieten an mehr als 50 Standorten Unterstützungsangebote für psychische Gesundheit an. Um ihr Angebot den Menschen individuell näher zu bringen, hat sich die kbo für einen Perspektivwechsel bei der Unternehmensbroschüre entschieden. Es werden zehn Geschichten von Menschen in Lebenskrisen auf emotionaler Ebene erzählt.

Die Münchener Markenberatung Dietrich Identity begleitete kbo bei der Entwicklung der Broschüre. Michaela Suchy, Leiterin Vorstandsbereich Unternehmenskommunikation erklärt in einem Interview, wie die neue kbo-Unternehmensbroschüre entstanden ist:

Was war der Anlass, die neue kbo-Broschüre zu entwickeln?

Suchy: Der Fokus unserer Kommunikation lag lange auf besonderen Ereignissen und unseren organisatorischen Grundlagen. Wir haben darüber berichtet, wie wir arbeiten und welche kbo-Standorte es wohnortnah in ganz Oberbayern gibt. Bei der neuen Broschüre war es unser Ziel, unsere tägliche Arbeit mit den Patientinnen und Patienten in den Kliniken und ambulanten Einrichtungen und unsere Leistungen für diese Menschen, die zu uns kommen, in den Mittelpunkt zu stellen.

Zudem war die Broschüre Auftakt unserer Arbeitgebermarkenkampagne. Die Kampagne adressiert erstmals zukünftige und bestehende Mitarbeitende mit klassischen Werbeformaten wie Plakat, Radio und Social Media, um sie auf die Vorteile von kbo als Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Außerdem wollen wir alle, die sich für kbo interessieren, die aufgrund einer Erkrankung Unterstützung benötigen sowie unsere weiteren Stakeholder über unsere Angebote und damit verbunden natürlich auch die Tätigkeit bei kbo informieren.

Warum der Wechsel von der institutionellen und organisatorischen Perspektive auf die Patientenperspektive?

Die Geschichten in der Broschüre sollen die Menschen mit ihrem Umfeld im Familien- und Freundeskreis abholen. Dafür ist es wichtig, ihre Erlebniswelt nachzuzeichnen, denn jede Erkrankung ist mit eigenen Fragen, Verunsicherungen und Sorgen verbunden. Die Broschüre erzählt exemplarisch, wie sich eine Krankheit entwickelt, wie die Therapie verläuft und wie es nach der Diagnose für alle Beteiligten weitergeht. So wollen wir Vorurteile und Ängste nehmen und damit den Menschen Sicherheit geben. Natürlich möchten wir auch – das sieht man am Ende der Broschüre – Interesse für unsere vielfältigen Angebote wecken.

Was hat dabei die kbo-Marke für eine Rolle gespielt?

Die Publikation zeigt, wer und was sich hinter kbo verbirgt. Sie ist ein Streifzug durch das was uns ausmacht, unsere Werte und natürlich das gesamte therapeutische Spektrum. Diese fachliche Vielfalt ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit im Verbund kbo und reicht von der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bis hin zur Neurologie und Sozialpädiatrie. So umfasst die Broschüre neben klassischen psychiatrischen Diagnosen wie Depression, Demenz oder Essstörungen auch Krankheitsbilder wie Schlaganfall, Multiple Sklerose oder frühkindliche Regulationsstörungen.

Was für ein Bild der psychiatrischen Arbeit wird in der Broschüre gezeigt?

Die Broschüre stellt die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten vor. In 10 Geschichten erzählen Angehörige, wie sie den Krankheitsverlauf von einer psychischen oder neuropsychiatrischen Erkrankung betroffenen Angehörigen oder Bezugsperson erleben und welche Eindrücke sie gewonnen haben. Aus der Sicht der Betroffenen schildert sie die Krankheitsverläufe und bietet einen Einblick in die Verfahren der Diagnostik, Behandlung und Therapie.

Warum lohnt sich der Aufwand für ein öffentlich-rechtliches Unternehmen wie kbo?

Eines unserer großen Anliegen ist die Aufklärung über psychische Gesundheit. Wir wollen Vorurteile abbauen, die Entstigmatisierung fördern und durch Information zur Prävention beitragen. Die Broschüre zeigt, welche Hilfen möglich sind und wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer fachlichen Expertise behandeln, pflegen und betreuen. Auch sie sind die Menschen hinter den Geschichten.

Welche Rolle spielt die Patientenkommunikation grundsätzlich bei kbo?

Unser Anliegen ist es, aufzuklären und zu erklären. Vor dem ersten Kontakt gilt es, mögliche Schwellen und Vorbehalte zu überwinden. Bei den therapeutischen Empfehlungen und einem Therapieplan geht es darum, die Betroffenen bei kbo konkret in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und zum Beispiel auch bezüglich psychotherapeutischer und medikamentöser Alternativen zu beraten und dann partizipativ Entscheidungen für einen individuellen Behandlungsplan abzustimmen. Das ist für uns eine Basis der Kommunikation auf Augenhöhe.

Hier der Link zur neuen kbo-Unternehmensbroschüre .

Tipps für eine gute Unternehmensbroschüre

Die Unternehmensbroschüre ist heute – trotz Digitalisierung und Webpräsenz – das zentrale Kommunikationsmedium von Unternehmen. Sie beantwortet die Fragen nach dem unternehmerischen Selbstverständnis bezogen auf Vision, Marke, Werte und Kompetenzen. Sie klärt auf, an wen sich das Unternehmen mit seinen Angeboten richtet, und beleuchtet dabei die Vorteile für die Zielgruppe. Dabei ist die Unternehmensbroschüre das Ergebnis eines optimalen Zusammenspiels von Konzept in Bild und Text sowie eines perfekten Prozessablaufs. Vier eng miteinander verzahnte Phasen sind das Grundgerüst eines guten Workflows für eine Unternehmensbroschüre:

  1. Die Konzeptionsphase: Eine Unternehmensbroschüre oft auch Imagebroschüre genannt, besitzt einen roten Faden. Was ist die Leitidee? Wer sind die Zielgruppen? Welche Inhalte werden kommuniziert? Wo liegen Schwerpunkte? Gibt es eine Story, die die Vision der Organisation deutlich macht? Dazu gehören am Anfang das inhaltliche Konzept, das gestalterisches Konzept, der Seitenaufriss und der äußere Eindruck.
  2. Die Realisationsphase: Sind Konzept, Seitenaufriss und gestalterisches Konzept verabschiedet, beginnt die Realisationsphase mit Texterstellung, Layout der einzelnen Seiten, Fotographie und Illustration sowie eventuelle Übersetzungen. Am Schluss kommt Reinzeichnung Lektorat, Papierauswahl und Veredelung.
  3. Die Produktionsphase: Damit ein Qualitätsprodukt entsteht, das neue Kunden und weitere Interessenten überzeugt, ist die Auswahl der richtigen Produktionspartner entscheidend. Ebenso die Auswahl der richtigen Druckerei, die Papierauswahl, der Andruck zur Prüfung, der Druck und Versand.
  4. Projektmanagement und Controlling: Damit der komplexe Workflow im „Fluss“ bleibt, sind ein eingespieltes Team, Controlling und Projektverfolgung/Management unbedingte Voraussetzung für eine gute Unternehmensbroschüre. Dazu gehören Zeitpläne, Status Berichte, Schulterblicke und Abstimmungen, sowie eine Kosten- und Budgetkontrolle. Gerade hier lassen sich gut digitale Kollaborationstools verwenden.