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Prüfer-Storcks: Schlechte Qualität muss finanziell unattraktiv werden

Ob gute oder schlechte Leistung, an der Bezahlung von Krankenhausleistungen ändert das bisher kaum etwas. Das muss anders werden, findet Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Doch das Streben nach mehr Qualität im Krankenhaus kommt nicht bei allen gut an.

"Bisher lohnt sich gute Qualität für Kliniken finanziell kaum", sagt die Hamburger Senatorin für Gesundheit, Cornelia Prüfer-Storcks. Schlechte Leistung werde genauso bezahlt. Deshalb forderte die SPD-Politikerin auf dem Diskussionsforum Qualitätsorientierte Vergütung der "4QD – Qualitätskliniken.de GmbH", dass schlechte finanziell unattraktiv werden müsse.

Es gehe auch um eine gerechtere Finanzierung, betont Prüfer-Storcks, die auch Mitglied der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform ist. Beispielsweise müsse man die Vorhaltekosten für eine Notfallversorgung berücksichtigen, und dabei auch die verschiedenen Stufen der Notfallversorgung sehen.

Klinikschließungen nicht ausgeschlossen

"Wir haben nicht vor, nur mehr Geld ins System zu geben und alles andere so weiter laufen zu lassen, wie es ist", sagt Prüfer-Storcks weiter. Man werde die strukturellen Probleme angehen. Die Qualität sollte nach Ansicht der Politikerin auch Entscheidungsgrundlage in der Krankenhausplanung sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Kliniken geschlossen werden: Denn es gebe zu viele Standorte und zu viele Fachabteilungen, so die Gesundheitssenatorin.

Mit Hilfe des unabhängigen, im Aufbau befindlichen Instituts müssten auf der Grundlage einheitlicher Qualitätsdaten Konsequenzen gezogen werden. Wer sich bei schlechten Ergebnissen nicht verbessere, könne durchaus seinen Versorgungsauftrag verlieren, so Prüfer-Storcks. Bei allem gehe es um die Patientenorientierung.

Dr. Georg Rüter kritisiert indes die ewige Suche nach perfekter Qualitätsmessung. "Wir beschäftigen uns zu viel damit, dabei haben wir Routinedaten, Zertifizierungen, Benchmark-Systeme. Wir sollten nehmen, was da ist", sagt der Vorstandsvorsitzende des Zweckverbandes freigemeinnütziger Krankenhäuser Münsterland und Ostwestfalen. Pay-for-Performance-Modelle gehörten dabei in die Entgeltverhandlungen zwischen Krankenhäuser und Krankenkassen. Die Verhandlungspartner sollten "damit mehr spielen", so sein Appell. Dann sei auch eine qualitätsorientierte Vergütung möglich.

Insolvenzen bewegen die Menschen zum Umdenken

Den immer wieder diskutierten Umstrukturierungsfonds, der der Umwandlung von Krankenhäusern in Gesundheitszentren dienen soll, hält Rüter für den falschen Ansatz. Er bezeichnet Insolvenzen als "das einzige friedliche Mittel, die Leute zum Umdenken zu bewegen", so der Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen.

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