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mHealth im Krankenhaus Prozessveränderung sichtbar

Um die Herausforderung der steigenden Arbeitbelastung in Kliniken zu bewältigen, können mobile Technologien genutzt werden, die zeit- und ortsunabhängig Informationen für Prozessbeteiligte bereitstellen. Dadurch kann es zu einer effizienten und schnellen Behandlung kommen.

Topic channels: Medizintechnik und DGFM

Obwohl die Entwicklung von mHealth-Technologien etwa 2010 begann, ist die Anwendung in deutschen Kliniken gering. Um aber in Zukunft Potenziale effektiver zu nutzen, wurden Veränderungen nach Implementierung von mHealth-Anwendungen im Rahmen eines Literaturreviews analysiert. Es wurden neun relevante Studien identifiziert, die Veränderungen von Dokumentations-, Informations- und Kommunikationsprozessen im Krankenhaus nach der Einführung von mHealth-Anwendungen untersuchten. Nach der Implementierung von Tablets wurden Zeiteinsparungen bei der Visite und beim Nachschlagen von Informationen in der ePA festgestellt. Zudem äußerten die Studienteilnehmer, dass es zu einer verbesserten Kommunikation mit den Patienten kam. Durch die leichtere Dokumentation konnte die Zufriedenheit der Ärzte erhöht werden. Bei der drahtlosen Übertagung von Vitalzeichen wurden ebenfalls zeitliche Einsparungen festgestellt. Die Fehler, die bei einer handschriftlichen Übertragung entstehen, konnten eliminiert werden, wodurch die Sicherheit in der Behandlung erhöht werden kann. Weiterhin kann es durch die Echtzeitdaten-Übertragung zu schnelleren Entscheidungen der Prozessbeteiligten kommen.

Die Dokumentation mithilfe einer Spracherkennungssoftware verringerte die Dokumentationszeit. Zusätzlich weist die Dokumentation eine höhere Zeichenanzahl auf und ist somit detaillierter. So kann die Qualität in der interdisziplinären Behandlung aufgrund besserer Wissensvermittlung steigen. Außerdem wurde eine hohe Zufriedenheit der Anwender festgestellt.

Alle Studien konnten Verbesserungen nach der Implementierung der Anwendungen feststellen. Jedoch wurde in keiner Studie eine gesundheitsökonomische Analyse durchgeführt, bei der die Kosten der Technologie betrachtet wurden und mögliche Einsparungen, die sich nach der Einführung ergeben könnten. Mögliche Risiken, wie der Datenschutz, wurden kaum thematisiert. Vor allem in Deutschland besteht das Problem, dass wegen vieler Insellösungen die Interoperabilität unterschiedlicher Systeme nicht gegeben ist. Diese Problematik besteht einerseits über Versorgungseinrichtungen hinweg und andererseits in den einzelnen Abteilungen bzw. Stationen selbst.

mHealth-Anwendungen bieten die Möglichkeit, der erhöhten Arbeitsbelastung und den komplexeren Behandlungsfällen, die eine vermehrte interdisziplinäre Zusammenarbeit benötigen, entgegenzuwirken. Wegen der aktuell noch begrenzten Studienlage sollte es weitere Untersuchungen geben, die patientenzentrierte Aspekte analysieren und gesundheitsökonomische Analysen aufzeigen.

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